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Mikrobiomtyp bestimmen
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Speichelproben könnten Krankheitsrisiken offenbaren 

Forschende der Universität Hohenheim haben gezeigt, dass sich das Mikrobiom des oberen Verdauungstrakts zuverlässig über Speichelproben charakterisieren lässt und die Menschen damit Mikrobiomtypen zugeordnet werden können. Das könnte künftig helfen, das individuelle Risiko für bestimmte Krankheiten anhand des Mikrobiomtyps abzulesen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 24.09.2025  12:00 Uhr

Dabei scheint vor allem ein Typ besonders vor Entzündungen und pathogenen Keimen zu schützen: der Mikrobiomtyp, der reichlich der Bakteriengattung Prevotella-7 enthält. Bei Menschen dieses Mikrobiomtyps finden sich weniger Bakterien mit potenziell krankmachenden Eigenschaften, und der Entzündungsmarker TNF-alpha liegt niedriger als bei Menschen anderer mikrobieller Zusammensetzung des oberen Verdauungstrakts, wie es in einer Pressemitteilung der Universität heißt.

Während das Mikrobiom des Mundes und dessen zentrale Rolle für die Gesundheit des Menschen in großen Teilen bekannt ist, sei das Mikrobiom von Magen und Dünndarm noch verhältnismäßig unerforscht, so Professor W. Florian Fricke, Universität Hohenheim. Es zu bestimmen, erfordere bisher eine Magenspiegelung. Mittels Speichelproben aus dem Mund erspare man Menschen das Prozedere.

Von Prevotella-7 dominiertes Mikrobiom von Vorteil

Denn von der Bakterienzusammensetzung im Speichel lässt sich rückschließen auf diejenige in Magen und Dünndarm. Das stellten die Forschenden in einer Studie mit 20 Personen fest, die sich wegen leichter nahrungsmittelbedingter Magen-Darm-Beschwerden einer Magenspiegelung unterziehen mussten. Es existieren im Mundraum, im Magen und im Dünndarm konstante Bakterienbesiedlungen, wobei bei jedem Menschen jeweils eine Bakteriengattung dominiert. 

Menschen mit einem von Prevotella-7 dominierten Mikrobiom könnten ein geringeres Risiko für Entzündungen etwa der Herzinnenhaut, aber auch für Darmkrebs haben, außerdem für chronische Entzündungen und allgemein für Infektionen.

In ihrer Pressemitteilung schreibt die Universität Hohenheim: »Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Speichelproben künftig in nicht invasiven und regelmäßig wiederholbaren diagnostischen Tests eingesetzt werden könnten, um das individuelle Risiko für bestimmte entzündliche und infektiöse Erkrankungen abzuschätzen«. Eine solche Diagnostik könne in der klinischen Praxis helfen, Risikogruppen frühzeitig zu identifizieren und gezielte Präventionsmaßnahmen, zum Beispiel prophylaktische Antibiotikabehandlungen, einzuleiten.« Prevotella-7 scheint wie andere für gut befundene Darmbakterien vom Verzehr von Ballaststoffen zu profitieren.

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