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Hals-Nasen-Ohren-Probleme
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Stiller Reflux ohne Sodbrennen

Kloßgefühl beim Schlucken, Räusperzwang, Husten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Atemprobleme: Ein sogenannter stiller Reflux äußert sich ganz anders als der Klassiker mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen – und bleibt deshalb lange ohne Diagnose. Die Behandlung ist langwierig und erfordert ein hohes Maß an Mitarbeit der Betroffenen.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 14.01.2026  15:00 Uhr

Ernährungsanpassung gehört dazu

Dennoch: Es gibt Patienten, die trotz medikamentöser Säurehemmung Beschwerden haben. Der Grund ist einleuchtend: Die PPI unterdrücken zwar die Säureproduktion im Magen, verhindern aber nicht die, die dem Körper durch die Ernährung zugeführt wird. Um das Problem dauerhaft in Griff zu bekommen, kommt es deshalb vor allem auf die Ernährung an.

Aufgrund der ursächlich mitverantwortlichen Hypersensitivität, die durch die Magensäure ausgelöst wird, sind säurepuffernde Maßnahmen durch die Ernährungsweise erforderlich. So ist alles zu meiden, was die Schleimhaut reizt, vor allen Dingen scharf Gewürztes mit Curry, Chili oder Pfeffer, säurehaltige Nahrungsmittel wie Tomaten, Essig, Sauereingelegtes, Alkohol in jeder Form, fettiges oder geräuchertes Fleisch. Bei den Getränken sind Kaffee und Sprudelwasser, Limonaden und kohlensäurehaltigen Getränke einzuschränken. Milch und Eiweißreiches mindert dagegen die Beschwerden.

Der Neurogastroenterologe Storr rät zu Heil- und Mineralwasser mit einem hohen Hydrogencarbonatgehalt (> 600 mg/l gut, > 1800 mg/l exzellent). »Vermutlich ist Heilwasser beim stillen Reflux eine der nachhaltigsten Methoden.« Und: »Vorteilhaft ist, dass Heilwasser jegliche Säure blockt und dadurch das therapeutische Dilemma löst, dass beim stillen Reflux nicht nur die Säure aus dem Magen, sondern auch Säuren durch die Ernährung und Säure durch Milieufaktoren im Kehlkopf-Rachen-Raum problematisch sind.«

Positiver Nebeneffekt: Auch die Pepsinproblematik wird angegangen: Pepsin wird nur aktiviert, wenn die Umgebung sauer ist. Ohne begleitende Säure kann Pepsin keinen Schleimhautschaden jenseits der Speiseröhre anrichten.

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