| Isabel Weinert |
| 20.01.2026 14:00 Uhr |
Die eigene Stimme kann verraten, ob die Blutzuckerwerte zu niedrig liegen. / © Getty Images/Flashpop/Brand New Images Ltd
Forschende des Inselspitals, Universitätsspital Bern, und der Universität Bern haben jüngst gezeigt, dass die Stimme bereits früh anzeigt, wenn ein Mensch unterzuckert. Dafür reichen das Mikro des Smartphones und eine speziell trainierte KI. 22 Menschen mit Typ-1-Diabetes nahmen an der Studie teil, in deren Rahmen ihre Stimme in verschiedenen Settings zunächst bei normalen Blutzuckerwerten und dann bei zu niedrigen Werten mit einem Algorithmus für maschinelles Lernen ausgewertet wurde. Das funktionierte so gut, dass die KI 90 Prozent der Unterzuckerungen erkannte, wenn die Menschen einen Text laut vorlasen, sowie in 87 Prozent der Fälle, wenn kurze Silben wiederholt wurden.
Die Forschenden schreiben der einfachen Technik ein großes Potenzial zu. In einer Pressemitteilung sagt Professor Dr. med. Christoph Stettler, Chefarzt und Klinikdirektor der Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin & Metabolismus (UDEM) am Inselspital und Letztautor der Studie: »Mit einem gewöhnlichen Smartphone und künstlicher Intelligenz lässt sich eine Unterzuckerung frühzeitig und ganz ohne zusätzliche Geräte erkennen.«
Der neuartige Ansatz könne sich eignen, Hypoglykämien deutlich besser zu erkennen und deren Entwicklung in ein gefährliches Stadium zu vermeiden. Das sei besonders dort von Bedeutung, wo moderne Glucosesensoren nicht allen Menschen zur Verfügung stünden. Die Wissenschaftler sehen ihre Methode als Ergänzung zu etablierten Blutzucker-Messmethoden.