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Bei Verdacht schnell reagieren
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Thrombose rechtzeitig erkennen

In Deutschland sterben jährlich mehr Menschen an den Folgen einer Lungenembolie als durch Verkehrsunfälle, AIDS, Prostata- und Brustkrebs zusammen. Dabei könnten viele dieser Todesfälle allein durch mehr Wissen – vor allem über Thrombosen – verhindert werden, wie die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) anlässlich des heutigen Welt-Thrombose-Tages betont.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 13.10.2023  10:00 Uhr

Jeder vierte Todesfall stehe im Zusammenhang mit einer Thrombose, so die DGA. Diese sei oft die vermeidbare Ursache der drei häufigsten kardiovaskulären Ereignissen: Herzinfarkt, thromboembolischer Schlaganfall und Lungenembolie. Bei einer Thrombose bilden sich potenziell tödliche Blutgerinnsel in einer Arterie (arterielle Thrombose) oder Vene (Venenthrombose). Diese Gerinnsel können den Blutfluss verlangsamen, blockieren oder losbrechen und zur Lunge oder in andere Organe wandern – und dort einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Embolie auslösen.

Viele der durch Lungenembolie verursachten Todesfälle könnte der DGA zufolge verhindert werden, wenn nur mehr Wissen über die ersten Anzeichen einer Thrombose oder über geeignete Prophylaxe-Maßnahmen in der Bevölkerung vorhanden wäre. »Wir alle müssen endlich mehr tun, damit gesicherte Thromboseaufklärung zu den Menschen kommt. Das öffentliche Bewusstsein über Risikofaktoren, Anzeichen und Symptome von thromboembolischen Erkrankungen ist noch zu gering«, erklärt Professor Rupert Bauersachs, wissenschaftlicher Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, das sich seit 2014 für mehr Aufklärung über diese Erkrankung engagiert. Denn: Liegt eine Thrombose vor, muss schnell gehandelt werden.

Symptome von Thrombose und Lungenembolie erkennen

Eine Thrombose sei für Patienten jedoch nicht leicht zu erkennen, warnt die DGA. Mediziner bezeichneten sie nicht umsonst als »lautlose Gefahr«, denn die Symptome seien häufig unbestimmt oder fehlten bei bettlägerigen Patienten häufig ganz.

Warnsignale für eine Thrombose sind laut DGA:

  • Schwellungen am Fußknöchel, am Unterschenkel oder am ganzen Bein mit Spannungsgefühl
  • Schmerz in der Wade beim Auftreten
  • Überwärmung des geschwollenen Beins
  • Blauverfärbungen der Haut am Bein, wenn es herabhängt
  • Jede neu aufgetretene Beschwerde in einem der beiden Beine kann auch ohne äußere Veränderungen auf eine Thrombose hindeuten.

Liegen diese Symptome vor, müsse unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden. Zu diesem Zeitpunkt kann auch schon eine Lungenembolie vorliegen. Diese äußert sich zusätzlich zu den Beinbeschwerden durch

  • zunehmende Atemnot, später auch im Ruhezustand
  • Schmerzen beim Einatmen
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Husten, manchmal mit blutigem Auswurf
  • beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen

Wer weiß, dass er Risikopatient ist, kann der Entstehung von Thrombosen selbstständig vorbeugen. Allgemeine Maßnahmen sind zum Beispiel, sich mindestens 30 Minuten am Tag zu bewegen und zu dehnen, mindestens zwei Liter zu trinken, Antithrombose-Strümpfe zu tragen und nicht zu rauchen.

Auch medikamentös kann Thrombosen vorgebeugt werden. Die umgangssprachlich als Blutverdünner bezeichneten Antikoagulantien werden entweder oral eingenommen oder über eine gebrauchsfertige Spritze verabreicht. Sie hemmen die Blutgerinnung und helfen, die Bildung eines Blutgerinnsels zu verhindern.

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