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Psychische Erkrankungen
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Tipps für krisenfreie Feiertage

Weihnachten, Silvester und alles drumherum – für alle, die eine psychische Erkrankung oder Störung haben, können solche Feiertage auch ein echtes Risiko sein. Eine Expertin gibt Tipps, um eine Krise zu vermeiden.
AutorKontaktdpa
Datum 16.12.2024  12:00 Uhr

»Die Feiertage sind oft mit großen Erwartungen aufgeladen – an uns selbst, an andere und an den perfekten Ablauf dieser Tage«, sagt Petra Beschoner. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin und Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. Diese Erwartungen sind häufig unausgesprochen, was schnell zu Konflikten führen kann.

Das könne etwa für Menschen mit emotionaler Instabilität »ein echter Killer« sein. Und auch »für Menschen mit Anorexie oder Bulimie sind Familienfeste und das viele Essen eine extreme Herausforderung«. Andere Betroffene, die etwa unter Depressionen oder Angststörungen leiden, fühlen sich einsam oder überfordert, ziehen sich zurück und »kommen dann vielleicht gar nicht mehr aus dem Bett«.

Vorbereitung ist alles: Einen Plan machen

»Weihnachten kommt immer so plötzlich«, sagt Petra Beschoner. »Doch gerade bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, sich gezielt auf diese Zeit vorzubereiten, also nicht die Vogel-Strauß-Taktik anwenden, sondern offensiv zu planen.« Dieser Plan hilft, die Tage zu strukturieren und eigene Bedürfnisse zu berücksichtigen. Dafür empfiehlt die Expertin, sich selbst Fragen zu stellen:

  • Was ist mir wichtig an diesen Tagen?
  • Wovor habe ich Angst?

Ausgehend von den Antworten können dann Strategien entwickelt werden. Ein Beispiel: der Umgang mit der Angst vor Einsamkeit.

Hier lässt sich aktiv gegensteuern, etwa mit diesen Vorschlägen:

  • Der Besuch von Gottesdiensten, um unter Menschen zu sein.
  • Ein ehrenamtliches Engagement, etwa in einer Suppenküche: »Das gibt Struktur und ermöglicht Kontakte«, sagt Petra Beschoner.
  • Verabredungen mit Freundinnen oder Bekannten, etwa für einen Spaziergang.

Ein zweites Beispiel: die Überforderung bei Familienfeiern. Wer eingeladen ist, »sollte vorher überlegen, wie lange man bleiben möchte, und das klar kommunizieren«, rät Beschoner. Und bewusst Pausen für sich einplanen. Etwa wenn das Mittagessen vorbei ist, anzukündigen: »Ich mache jetzt einen Spaziergang.« »Vielleicht schließt sich jemand an, vielleicht auch nicht. Aber so schafft man sich Luft.«

So ein Plan kann dafür sorgen, dass man im Vorfeld und an den Tagen selbst weniger anfällig ist. Und er sollte auch das bewusste Setzen von Grenzen umfassen: »Wenn alle Stricke reißen, kann ich gehen – egal, wie gut das den anderen gefällt.«

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