Für eine PTA-Vertretung brauche es eine verpflichtende Zusatzqualifikation der PTA , so der BVpta. / © Adobe Stock/LuckyBusiness
Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt (CDU) fragte die ABDA, wie sie die geplanten Maßnahmen bewerte. ABDA-Präsident Thomas Preis sagte, der Entwurf gehe in die richtige Richtung, eine Erhöhung des Fixums müsse stattfinden. Sie solle in einer begleitenden Verordnung kommen. Derzeit gebe es noch eine funktionierende Versorgung, aber durch das seit 13 Jahren anhaltende »Abschmelzen der Apotheken« bestehe die Gefahr, dass diese Versorgung nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Einige Maßnahmen seien gut, vor allem müsse schnell gehandelt werden, mahnte Preis. Man brauche keine »Herunterskalierung der Leistungen«, keine Deprofessionalisierung oder eine Apotheke ohne Apotheker.
Anja Zierath vom Bundesverband PTA (BVpta) thematisierte die geplante PTA-Vertretung. Wie schon in der Stellungnahme des Verbands betonte sie, dass es eine verpflichtende Zusatzqualifikation der PTA dafür brauche. Ein Mehr an Verantwortung brauche ein Mehr an Wissen. Dies habe der ursprüngliche Referentenentwurf enthalten. Es brauche nun dringend Nachbesserungen.
Die Ausschussvorsitzende Tanja Machalet (SPD) fragte Preis, wie die Intention, den Apothekerberuf zu stärken, bewertet werde. Preis sagte, man begrüße die erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) ausdrücklich. »Apotheken können noch mehr Verantwortung übernehmen.« Etwa wenn sie die konsequente Pflege des elektronischen Medikationsplans (eMP) übernähmen, hier zeige sich, dass es klare Zuständigkeiten brauche.
Auf eine Frage von SPD-Gesundheitssprecher Christos Pantazis unterstrich Preis, dass es wichtig sei, das Apothekenhonorar nicht länger von steigenden Kosten abzukoppeln. Daher seien Verhandlungen der richtige Weg. Wichtig sei, dass der Verordnungsgeber, also die zuständigen Ministerien, die Verpflichtung haben müsse, »das Verhandlungsergebnis 1:1 umzusetzen«, da müsse nachgeschärft werden. Von Kassenseite hieß es daraufhin, dass man hier klare Kriterien brauche, eine neutrale Datengrundlage, dies solle im Entwurf ergänzt werden.
Die Pläne der abgespeckten Zweigapotheken kommen bei den Apotheken bekanntlich nicht gut an. Emmi Zeulner (CSU), Vize-Vorsitzende der Unions-Arbeitsgruppe Gesundheit, fragte Franziska Scharpf, Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK), nach ihrer Einschätzung.
Scharpf stellte klar, dass Zweigapotheken als vermeintliches Instrument für die Stärkung ländlicher Regionen »ein gefährlicher Irrweg« seien. Damit könnten Mehr- und Fremdbesitzverbot weiter aufgeweicht und die Apotheke vor Ort langfristig verdrängt werden.
Mit der Anhörung ist die Apothekenreform in die entscheidende Phase des parlamentarischen Verfahrens eingetreten. Fast 40 Verbände waren geladen, darunter Apotheker- und Ärztevertretungen, Patientenorganisationen, Gewerkschaften, Großhandel und Kassenverbände. Auch Einzelsachverständige waren gebeten worden, ihre Einschätzung zum BMG-Vorhaben abzugeben.
Nach der Ausschussanhörung wertet der Gesundheitsausschuss die Stellungnahmen aus und erarbeitet Empfehlungen für die weiteren Beratungen im Bundestag. Anschließend folgen die zweite und dritte Lesung im Plenum.