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Missbrauch
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Verbale Gewalt hinterlässt Spuren

Schläge sind in der Erziehung ein absolutes Tabu. Dass jedoch verbale Gewalt nicht weniger Schäden hinterlassen kann, zeigt eine aktuelle im Fachjournal BMJ Open veröffentlichte britische Studie.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 07.11.2025  16:00 Uhr

Weltweit erlebt jedes dritte Kind verbale Misshandlungen wie Anschreien, Beleidigungen, Demütigungen, Spott, herabsetzende Äußerungen oder Drohungen. Während körperliche Torturen das Risiko für psychische Probleme im Erwachsenenalter um 52 Prozent erhöhen, zeigt die Untersuchung, dass bei verbaler Gewalt das Risiko mit 64 Prozent für seelische Spuren sogar noch höher ist.

Infolge der Misshandlungen hatten 24 Prozent der Opfer im Erwachsenenleben ein geringeres psychisches Wohlbefinden. Sie waren weniger optimistisch, fühlten sich weniger nützlich, konnten sich weniger gut entspannen oder Nähe zu anderen Menschen entwickeln. Zudem hatten sie Schwierigkeiten, mit Problemen umzugehen, klar zu denken oder sich eine eigene Meinung zu bilden.

»Die Auswirkungen von verbaler Gewalt äußern sich möglicherweise nicht gleich, sodass das Umfeld, Ärzte oder andere Berufsgruppen, die für den Schutz von Kindern verantwortlich sind, anfangs nicht aufmerksam werden«, so die Forschenden der Liverpool John Moores University. Trotz des öffentlichen Fokus auf körperliche Gewalt und Kindesmissbrauch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass verbaler Missbrauch ähnliche Folgen für das psychische Wohlbefinden haben kann.

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