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Therapieerfolg in Gefahr
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Vorsicht mit Nahrungsergänzungsmitteln bei Brustkrebs

Nahrungsergänzungsmittel sind keineswegs immer harmlos oder vorteilhaft. Besonders in Kombination mit Krebsmedikamenten können sie unerwartete Wechselwirkungen hervorrufen und sogar den Therapieerfolg gefährden. Der Krebsinformationsdienst informiert anlässlich des Brustkrebsmonats im Oktober.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 30.10.2025  14:00 Uhr

Auch wenn viele von Brustkrebs Betroffene sicherlich den Wunsch haben, ihre Therapie durch die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen oder Phytopharmaka zu unterstützen, rät der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums davon ab. Denn zum einen fehlt es an verlässlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen über mögliche Wechselwirkungen zwischen Krebsmedikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, zum anderen gibt es Hinweise, dass einige Supplemente die Wirksamkeit der Medikamente beeinträchtigen könnten.

Das könne dazu führen, dass die Krebsmedikamente nicht wie geplant wirken – etwa, weil deren Abbau in der Leber beschleunigt wird oder die Aufnahme in den Körper von vornherein blockiert wird, warnt der KID. Zudem seien verstärkte Nebenwirkungen oder andere gesundheitliche Risiken möglich. Konkret nennt er

  • Antioxidantien: Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit antioxidativer Wirkung, etwa Vitamin A, C und E, Betacarotin, Coenzym Q 10 , Glutathion, Resveratrol oder Grüntee-Extrakt, sollen freie Radikale im Körper neutralisieren. Das Problem: Bei einer Strahlentherapie werden freie Radikale gezielt genutzt, um bösartige Zellen zu zerstören. Hoch dosierte Antioxidantien könnten diese Radikale abfangen und dadurch die Wirksamkeit der Strahlentherapie mindern.

  • Johanniskraut: Präparate mit Johanniskraut werden oft zur Behandlung von leichten depressiven Verstimmungen eingesetzt. Sie können jedoch den Abbau bestimmter Krebsmedikamente beschleunigen. So kann beispielsweise die Wirkung von Tamoxifen – einem häufig bei Brustkrebs eingesetzten Medikament – abgeschwächt werden, wodurch die Therapie weniger effektiv ist und das Risiko eines erneuten Auftretens des Krebses steigt.

»Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, bekommt alle Nährstoffe, die der Körper benötigt«, heißt es in der aktuellen Meldung des KID zum Thema. Nahrungsergänzungsmittel seien dann unnötig – sowohl generell als auch während einer Brustkrebstherapie. Dass Nahrungsergänzungsmittel nicht immer harmlos und im Gegenzug sogar gesundheitsschädlich wirken können, erklärt die Leiterin des Krebsinformationsdienstes Susanne Weg-Remers: »Nahrungsergänzungsmittel sind keine geprüften Arzneimittel. Sie gelten als Lebensmittel. Das heißt, sie müssen sich im Gegensatz zu Medikamenten nicht einer aufwändigen Prüfung auf Wirksamkeit, Nutzen und Sicherheit unterziehen.«

Das KID rät Brustkrebspatientinnen deshalb, ihr Ärzteteam stets über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu informieren. So kann individuell geprüft werden, ob mögliche Wechselwirkungen bestehen.

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