Zu viel Salz kann den Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. / © Getty Images/tommaso79
Dafür wurden 26 Studien mit fast 35.000 Teilnehmenden ausgewertet, die Kochsalz durch natriumarme Alternativen ersetzt haben – und zum Beispiel ein Teil des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid ersetzt haben. Das Ergebnis: Sie senkten ihren oberen (systolischen) Blutdruck um vier bis sechs und den unteren (diastolischen) Wert um knapp zwei bis vier Einheiten. Der Effekt ist vergleichbar mit dem von regelmäßigem Ausdauersport oder einem Verzicht auf das Rauchen.
In Bezug auf schwerwiegende Herz-Kreislauf-Krankheiten machte sich das nicht ganz so deutlich bemerkbar: Im Vergleich zu Personen, die normales Speisesalz verwendeten, kam es bei denjenigen, die über zwei Monate bis drei Jahre natriumarme Alternativen verwendet hatten, auf 100.000 Personen umgerechnet zu etwa 20 Schlaganfällen und 154 Herzinfarkten weniger. Der Unterschied an Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrug 163 pro 100.000 Personen. Das bedeutet, dass weniger als eine von 1.000 Personen von den Salz-Alternativen profitierte. Ein Nutzen ist also vorhanden, aber nicht sehr groß.
Da bei den Salz-Alternativen meistens Natrium durch Kalium ersetzt wird, ist bei manchen Personen laut den Studienautoren jedoch Vorsicht geboten: Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion können das Kalium nicht ausreichend ausscheiden, was zu gefährlich hohen Kaliumspiegeln im Blut führen kann. Auch bei manchen Herz- und Entwässerungs-Medikamenten sei die Kaliumausscheidung herabgesetzt, sodass man diese besser nicht mit kaliumreichen Produkten kombiniert.
Die beste Lösung sei sicherlich, so gut wie möglich auf Fertigprodukte zu verzichten, die neben viel Salz häufig auch reichlich Fett und Zucker enthalten. Wer stattdessen mit frischen Lebensmitteln selber kocht und seine Mahlzeiten mit Kräutern und Gewürzen Pepp verleiht, tut sich etwas Gutes und hat seinen Salzkonsum besser im Griff.