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Herzstillstand
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Warnzeichen und Ursachen bei plötzlichem Herztod

»Der vorzeitige Herztod ist kein schicksalhaftes Ereignis, von dem es kein Entkommen gibt.« Das betont Professor Tienush Rassaf von der Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen im November. Und dennoch sterben in Deutschland jedes Jahr circa 65.000 Menschen daran. Welche Ursachen des plötzlichen Herztods es gibt und welche Warnsignale ihm vorausgehen.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 06.11.2023  14:50 Uhr

Viele dieser Todesfälle könnten der Herzstiftung zufolge verhindert werden, denn der vorzeitige plötzliche Herztod komme häufig nicht unerwartet. In den meisten Fällen deuteten eine Herzerkrankung oder andere Risikofaktoren bereits im Voraus auf eine Gefährdung hin. Aus Sicht des Herzspezialisten Professor Tienush Rassaf sollte daher mehr auf Prävention, eine Sensibilisierung für frühzeitige Warnzeichen und das richtige Verhalten bei Herzinfarkt oder Herzstillstand gesetzt werden.

So könne sich eine Herzkrankheit und ihre Komplikation bereits Tage bis Wochen vor einem Infarkt oder Herzstillstand bemerkbar machen, erklärt der Essener Kardiologe. Warnzeichen seien etwa:

  • Brustschmerzen,
  • Kurzatmigkeit,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • unregelmäßiger Herzschlag beziehungsweise Herzrasen,
  • Schweißausbrüche oder vorahnende Angst.

Ein akuter Herzinfarkt äußere sich schließlich durch plötzlich einsetzende starke Schmerzen, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten und die überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten und in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen können. Es könne ein massives Engegefühl, ein heftiger Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb (»Elefant auf der Brust«) auftreten oder ein heftiges Brennen im Brustkorb. Andere Herzinfarktsymptome könnten Kurzatmigkeit und Atemnot, Schwindel oder Schwäche sowie Kaltschweißigkeit und Herzklopfen sein.

Laut Rassaf erleben nicht alle Patienten die gleichen Herzinfarktsymptome. Bei Frauen, älteren Menschen oder Diabetikern könnten andere oder unspezifischere Symptome auftreten, etwa Schmerzen im oberen Bauchbereich oder allgemeines Unwohlsein. Diabetiker und ältere Menschen beispielsweise spürten durch ein verringertes Schmerzempfinden die typischen Brustschmerzen nicht. Damit fehle ein entscheidendes Warnzeichen. Rassaf: »Die Folge sind stumme Infarkte, Herzrhythmusstörungen oder plötzlicher Herztod.«

Ursachen für einen plötzlichen Herztod

Bei der Häufigkeit eines plötzlichen Herztods besteht laut Herzstiftung eine deutliche Abhängigkeit von Alter und Geschlecht: So sind Männer über 65 Jahre besonders häufig betroffen. Bei den Männern älter als 79 Jahre sei die Todesrate sogar doppelt so hoch wie bei Frauen im gleichen Alter.

»Die mit Abstand häufigste Ursache bei Patienten über 40 Jahren ist die koronare Herzkrankheit und ein dadurch bedingter Herzinfarkt, gefolgt von Herzschwäche, Kardiomyopathien und Myokarditis sowie Herzklappenerkrankungen«, erklärt Herzspezialist Professor Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Erleiden junge und häufig auch sportliche Menschen unter 40 Jahren einen plötzlichen Herztod, seien die Auslöser meist eine angeborene Herzmuskelerkrankung, eine genetisch bedingte elektrische Herzerkrankung, eine Herzmuskelentzündung oder Drogenabhängigkeit.

Herzmassage verdreifacht Überlebenschance

Viele Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, könnten gerettet werden, wenn frühzeitig mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen würde. Dabei ist rasches Handeln gefragt. Tritt ein solcher Notfall ein, sollten Anwesende nach dem Motto »Prüfen, Rufen, Drücken« bei einem Betroffenen zuerst prüfen, ob er ansprechbar ist und normal atmet. Bei fehlender Atmung oder Schnappatmung sollte als nächstes über die Notrufnummer 112 Hilfe gerufen werden. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sollte dann die Herzdruckmassage ausgeführt werden. Durch diese wird das Blut in geringem Maße durch den Körper gepumpt, wodurch ein Absterben des Gehirngewebes verhindert werden kann. Diese Maßnahme verdreifacht die Überlebenschancen des Patienten.

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