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Brustkrebs bei Männern
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Warum die Diagnose oft spät kommt

Brustkrebs gilt als typische Frauenerkrankung. Tatsächlich entfallen 99 Prozent aller Neuerkrankungen auf Frauen. Doch auch wenn nur rund 1 Prozent Männer betroffen sind, sollte Brustkrebs bei ihnen ernst genommen werden. Denn die Erkrankung wird bei Männern häufig erst spät entdeckt. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert über Risikofaktoren, Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 15.10.2026  14:00 Uhr

In Deutschland erkranken jährlich etwa 750 Männer an Brustkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 71 Jahren. Zum Vergleich: Bei Frauen gibt es pro Jahr knapp 70.000 Neuerkrankungen.

Brustkrebs ist bei Männern also sehr selten. Das kann dazu führen, dass verdächtige Veränderungen zunächst nicht als mögliche Krebszeichen erkannt werden. Eine späte Diagnose kann die Heilungschancen beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass sich die Behandlung weitgehend an den Leitlinien für Frauen mit Brustkrebs orientiert.

Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs bei Männern

Bei den meisten betroffenen Männern lasse sich nicht eindeutig feststellen, wodurch der Brustkrebs ausgelöst wurde, so das DKFZ. Es sind jedoch verschiedene Risikofaktoren bekannt. Dazu gehören:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Ein erhöhter Östrogenspiegel, etwa infolge bestimmter Hodenerkrankungen, starken Übergewichts, des Klinefelter-Syndroms oder von Lebererkrankungen, kann das Risiko erhöhen.
  • Genetische Faktoren: Veränderungen bestimmter Gene, insbesondere der BRCA-Gene, können das Erkrankungsrisiko steigern.
  • Vorerkrankungen: Dazu zählen unter anderem Diabetes, Prostatakrebs und eine Schilddrüsenüberfunktion.
  • Testosteron und Anabolika: Auch die längerfristige zusätzliche Einnahme von Testosteron sowie möglicherweise Doping mit Anabolika können das Risiko beeinflussen.
  • Lebensstil: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und hoher Alkoholkonsum gelten als weitere Risikofaktoren.
  • Radioaktive Strahlung: Eine frühere Bestrahlung des Brustkorbs kann das Risiko erhöhen.

Brustkrebs-Symptome bei Männern

Brustkrebs bei Männern lässt sich meist als schmerzlose, einseitige Verhärtung zwischen Brustwarze und Achselhöhle ertasten. Auch geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle und nicht abheilende Entzündungen, Einziehungen oder Flüssigkeitsabsonderungen der Brustwarze können laut DKFZ ein Warnzeichen sein.

Allerdings können auch bei Männern gutartige Veränderungen des Brustgewebes auftreten, etwa Bindegewebswucherungen oder Zysten. »Nicht immer muss es sich dabei um einen bösartigen Tumor handeln«, betont das DKFZ. Einseitige Veränderungen sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn sie neu auftreten oder sich verändern.

Behandlung von Brustkrebs bei Männern

Zur Abklärung eines Brustkrebsverdachts kommen bei Männern die gleichen Untersuchungsverfahren zum Einsatz wie bei Frauen. Erste Anlaufstellen sind daher die Hausarztpraxis oder eine gynäkologische Praxis. Bei entsprechendem Verdacht erfolgt die Überweisung an ein spezialisiertes Brustzentrum oder eine vergleichbar erfahrene Klinik.

Auch die Behandlung unterscheidet sich in vielen Punkten kaum von der bei Frauen und orientiert sich weitgehend an den Empfehlungen zur Behandlung von Frauen nach den Wechseljahren. Als Anlaufstelle empfiehlt das DKFZ daher ein zertifiziertes Brustzentrum.

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