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Von PMS bis PMDS
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Warum es manchen Frauen vor der Periode schlecht geht

Bei manchen Frauen kommt es in den Tagen vor der Menstruation zu Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Woran genau das liegen könnte, hat nun ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig herausgefunden. Das eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten.
AutorKontaktAponet.de/PTA-Forum
Datum 10.02.2023  15:00 Uhr

Ursache könnte sein, dass der Abtransport des Botenstoffes Serotonin im Gehirn von Frauen mit einer besonders schweren Form des prämenstruellen Syndroms (prämenstruelle Dysphorie, kurz PMDS) zeitweise gesteigert ist. Bislang habe man gedacht, dass sich die Menge der Transporter im Lauf der Zeit nur geringfügig verändert, erklären die Forschenden.

»Wir wissen, dass Östrogen und Progesteron Einfluss auf den Serotoninspiegel haben, welcher sich wiederum direkt auf die Stimmung auswirkt. Bei den Patientinnen mit PMDS scheint die Antwort des Gehirns auf diese Veränderungen im Zyklus falsch reguliert zu werden«, erklärte Julia Sacher die in der Fachzeitschrift »Biological Psychiatry« veröffentlichten Ergebnisse.

Das habe direkte Folgen für die Patientinnen: Sie bräuchten als Therapie nur gezielt über wenige Tage Antidepressiva einnehmen, die den Transport von Serotonin hemmen. Tageslicht und die Ernährung wirkten sich ebenfalls positiv auf den Serotonin-Haushalt aus: Käse, Geflügel, Soja-Bohnen, Tofu, Nüsse und dunkle Schokolade enthalten einen Vorläufer von Serotonin. Damit ließen sich allerdings keine so hohen Werte erreichen wie mit Medikamenten.

Das prämenstruelle Syndrom ist recht bekannt, da fast die Hälfte aller Frauen an den Tagen vor der Menstruation Anzeichen wie Stimmungsschwankungen, Unterleibs- oder Kopfschmerzen hat. Bei 8 Prozent der Frauen kommt es jedoch zu einer schwereren Form, der prämenstruellen Dysphorie (PMDS). Dabei treten psychisch-emotionale Symptome wie Depressionen, Reizbarkeit, Aggressivität und Konzentrationsstörungen sowie körperliche Symptome wie Schlafstörungen oder Brustschmerzen auf. Diese beeinträchtigen die betroffenen Frauen teilweise so stark, dass sie in dieser Zeit ihren Alltag nicht bewältigen können.

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