Erholung ist individuell. Während sich die einen am besten zu Hause erholen, sehnen sich andere nach Abenteuern oder einfach einem Tapetenwechsel. / © Getty Images/Nico De Pasquale Photography
Studien zeigen, dass Erholungseffekte relativ schnell einsetzen, wenn man frei hat. »Aus wissenschaftlicher Perspektive kann man sagen, dass bereits vier Tage Urlaub das Stresslevel reduzieren«, sagt Maike Sauermann, Wirtschaftspsychologin und Gesundheitswissenschaftlerin vom IFBG (ehemals: Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung).
Kurzurlaube tun uns dabei auf psychischer und physischer Ebene gut. Sauermann zufolge verbessert sich zum Beispiel die Schlafqualität, wir erleben mehr positive Emotionen, unser Nervensystem reguliert sich.
Aber: »Erholung lässt sich nicht bunkern«, sagt die Psychologin Bettina Kapfer, die sich als Coachin auf das Thema Stressreduktion fokussiert hat. Meist lassen Erholungseffekte bereits eine Woche nach der Rückkehr aus dem Urlaub wieder nach, zeigen Studien – unabhängig von der Dauer des Urlaubs. Forschende empfehlen deshalb, regelmäßig kurze Urlaube zu planen, um sich aufbauenden Stress immer wieder zu unterbrechen.
Kurze Auszeiten haben auch eine präventive Wirkung: »Durch regelmäßige Kurzurlaube haben wir ein geringeres Risiko, in eine Erschöpfungsfalle zu geraten«, sagt Sauermann. Pauschale Empfehlungen, wie viele Kurzurlaube pro Jahr guttun, gibt es der Expertin zufolge nicht – es geht vielmehr um die Regelmäßigkeit an Kurzurlauben.
Maike Sauermann empfiehlt, möglichst einen Kontrast zum Joballtag zu schaffen. Wer etwa mehrere Wochen lang hauptsächlich am Schreibtisch saß und einen relativ unbewegten Alltag hatte, dem tut es gut, eine kurze Auszeit bewegt zu gestalten. Wer hingegen körperlich arbeitet, profitiert von einem gemütlichen Urlaub.
Erholung ist aber individuell. Bettina Kapfer rät, vor allem auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen: »Wir sollten in uns reinspüren, was wir gerade brauchen.« Den einen bringen ein paar Tage auf der Couch maximale Entspannung, andere suchen Abenteuer und außergewöhnliche Erlebnisse – die findet man eher unterwegs.
Und auch Schlaf ist essenziell für die Erholung, so Kapfer. Wer im eigenen Bett immer noch am besten schläft, erholt sich vielleicht zu Hause nachhaltiger als unterwegs.