Entscheidend dafür, wie gut wir uns erholen, ist vor allem die Qualität des Urlaubs und wie gut wir abschalten können. »Es kommt nicht so sehr darauf an, was wir machen, sondern wie wir uns dabei fühlen«, sagt Maike Sauermann.
Bettina Kapfer rät dazu, nicht erreichbar zu sein. Arbeitsgeräte wie Laptop oder Diensthandy verbannt man am besten aus dem Sichtbereich. Wer sich schwertut, während des Urlaubs gar nicht in die Mails zu gucken, kann sich weniger einschneidende Regeln setzen. Etwa, nur einmal pro Tag das Postfach zu checken.
Zutaten für gute Erholung bietet das DRAMMA-Modell. Es zeigt sechs zentrale psychologische Bedürfnisse, die während der Freizeit erfüllt werden sollten, damit Erholung und Wohlbefinden nachhaltig steigen. »Je mehr Aspekte dieses Modells erfüllt sind, desto erholter fühlt man sich«, sagt Sauermann.
Diese sechs Erfahrungen sind demnach für Erholung wichtig:
D – Detachment: mentales Abschalten von Arbeit und Verpflichtungen
R – Relaxation: körperliche und geistige Entspannung
A – Autonomy: Selbstbestimmung darüber, wie wir unsere freie Zeit nutzen
M – Mastery: Erleben von Kompetenz und persönlicher Weiterentwicklung durch neue Herausforderungen
M – Meaning: sinnvolle Aktivitäten, die innere Zufriedenheit geben
A – Affiliation: soziale Verbundenheit und Beziehungen
Maike Sauermann empfiehlt, vor dem Kurzurlaub rechtzeitig Tempo herauszunehmen und »frühzeitig einen Gang runterschalten.« Etwa, indem man sich fragt: »Muss ich wirklich jede Aufgabe erledigt haben, bevor ich in den Urlaub gehe, oder kann ich auch Dinge delegieren oder mir Zwischenziele setzen und später weitermachen?«
Eine gute Idee ist es, den Abwesenheitsassistent im Mailprogramm schon am Tag vor dem Urlaub sowie für ein bis zwei Tage nach der Rückkehr zu aktivieren. So bleibt mehr Ruhe, um wieder im Job anzukommen. Hilfreich kann es auch sein, vor und nach einer Reise extra Zeitpuffer einzuplanen, um wieder entspannt in den Alltag zu starten, so Kapfer.
Sauermann schlägt vor, »nicht mit einer kompletten Arbeitswoche einzusteigen, sondern zum Beispiel an einem Mittwoch aus dem Urlaub zurückzukehren«. Dann steht nach drei Arbeitstagen schon das nächste Wochenende an. Zusätzlich kann ein »geistiger Mikrourlaub« helfen, die Erholung zu erhalten – etwa, indem man sich in kurzen Pausen den Urlaubsort bewusst noch einmal mit allen Sinnen vorstellt.