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Verhaltensänderung & Präparate
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Was bei Blähungen hilft

Ein Grummeln im Bauch, Völlegefühl, Windabgänge: Gegen Blähungsbeschwerden lässt sich in aller Regel mit Allgemeinmaßnahmen und Mitteln aus der Apotheke gut selbst etwas tun. Dennoch lohnen ein Blick auf die Ursachen und bei länger andauernden Beschwerden die ärztliche Abklärung.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 20.06.2024  08:00 Uhr

Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. Der Volksmund hat schon recht: Meist sind erhöhte Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt (Meteorismus) und der vermehrte Abgang von Darmgasen (Flatulenz) ernährungsbedingt. Wer sich möglichst naturbelassen und mit wenig verarbeiteten Nahrungsmitteln ernährt, der nimmt automatisch einen relativ hohen Anteil an Ballaststoffen, Zuckern wie Lactose und Fructose oder Zuckeralkoholen auf. Vor allem lösliche Ballaststoffe in Hülsenfrüchten, Kohlarten oder Zwiebeln sind für ihre blähungstreibende Wirkung bekannt, vor allem dann, wenn der Darm bislang nicht an sie gewöhnt war.

Zu vermehrten Winden kann es aber auch kommen, wenn Nahrungsbestandteile unverdaut in untere Darmabschnitte gelangen und dort durch Darmbakterien abgebaut werden, wie es etwa bei Zuckeraustauschstoffen (zum Beispiel Xylit oder Sorbit), aber auch bei Unverträglichkeiten wie einer Lactose- oder Fructose-Intoleranz der Fall sein kann. Blähungen können zudem als Begleiter einer hartnäckigen Verstopfung, eines Reizdarmsyndroms, einer Zöliakie, einer Divertikulitis oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten.

  • Langsam essen und gründlich kauen
  • Auf Kaugummi und kohlensäurehaltige Getränke verzichten
  • Verdauungsfördernde Gewürze beim Kochen verwenden, wie Kümmel, Anis, Koriander, Majoran oder Ingwer
  • Bei Ernährungsumstellung hin zu einer ballaststoffreichen Kost: schrittweise mit kleinen Portionen beginnen
  • Bewegung, lockere Kleidung und Wärmeanwendungen wie mit einer Wärmflasche wirken entspannend. 

Das Apothekenteam denkt freilich auch an die vorliegende Pharmakotherapie als Verursacher von vermehrten Gasansammlungen im Bauch. Blähungen werden besonders häufig durch Antibiotika, nicht steroidale Antirheumatika, Metformin und Orlistat verursacht. Beim Diabetesmedikament Acarbose ist Flatulenz sogar als sehr häufige Nebenwirkung in der Packungsbeilage genannt.

Es gibt einige Red Flags, die auf eine ernste Ursache hinweisen und einen Besuch beim Arzt erforderlich machen. Dazu zählen unter anderem Fieber, Blut im Stuhl, Schmerzen, Schluckbeschwerden, extremer Durchfall, ein »Gasgefühl« in der Brust oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Möglicherweise könnte  eine Magenlähmung, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder ein Darmverschluss dahinterstecken. Schmerzen im rechten Oberbauch können Zeichen einer Gallenkolik sein.

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