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Gefährliche Mischung
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Was wirklich in pinkem Kokain steckt

Pinkes Kokain hält nicht das, was der Name verspricht – gemeint ist damit eigentlich die Droge 2C-B, die – angelehnt an die englische Aussprache – auch »Tusi« oder »Tusibi« genannt wird. Doch Forschende fanden nun heraus, dass oft etwas ganz anderes in dem Pulver steckt.
AutorKontaktJuliane Brüggen
AutorKontaktdpa
Datum 17.02.2025  14:00 Uhr

Die synthetische Droge 2C-B wirkt stimulierend und halluzinogen – ähnlich wie MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin), das als einer der Hauptinhaltsstoffe von Ecstasy bekannt ist. Die Idee, 2C-B als pinkes Pulver zu vermarkten, geht wahrscheinlich auf kolumbianische Drogenproduzenten in den 2000er Jahren zurück, wie das Portal drugcom.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) berichtet. Eine Studie habe nun aber gezeigt, dass selbst 2C-B nur selten im pinken Pulver enthalten ist.

Ausgewertet wurden Daten aus dem anonymen Drogentestprogramm DrugsData.org. Dabei fanden die Forschenden Lisa Barbaro und Jacob Bouchard von der Vanderbilt University USA heraus, dass die als Tusi oder pinkes Kokain betitelten Drogen eine Mischung verschiedener Substanzen enthielten. Als häufigster Inhaltstoff wurde das Narkosemittel Ketamin gefunden (64 von 68 Proben). Nur in neun Proben war tatsächlich 2C-B zu finden, Kokain in vier. Häufig waren aber MDMA (52 Proben) und Koffein (28 Proben) enthalten. Darüber hinaus wurden zahlreiche andere Substanzen gefunden, etwa Amphetamine, das Halluzinogen DMT, das Entwurmungsmittel Levamisol oder Opioide. Pinkes Kokain könne also eine gefährliche Mischung mit unvorhersehbaren Wirkungen sein, warnen die Forschenden.

Konsumenten, die sich durch pinkes Kokain eine stimulierende Wirkung erhofften, könnten letztendlich eine ganz andere Erfahrung machen, schreibt drugcom.de, etwa einen dissoziativen Zustand durch Ketamin (sogenanntes »K-Hole«), der wie ein Nahtoderlebnis wahrgenommen wird und zu Angst und Panikattacken führen kann. Bei unwissentlicher Einnahme von Opioiden bestehe außerdem das Risiko einer Überdosierung und der damit einhergehenden Atemdepression.

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