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Hühnersuppe, Honig, Wickel
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Welche Hausmittel bei Erkältung wirklich helfen

Wenn es draußen kühler wird, beginnt quasi gleichzeitig auch die Erkältungszeit. Doch nicht jeder will bei leichten Infekten gleich zu chemischen Arzneimitteln greifen. Ob kratzender Hals oder laufende Nase – für nahezu jedes Erkältungssymptom gibt es alternative Hausmittel. Doch was bringen die überhaupt, was sagt die Wissenschaft? Und: Worauf sollte man bei der Anwendung achten?
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Datum 07.10.2025  16:00 Uhr

Erkältungstee & Co. besser aus der Apotheke

Wenn es um die Wirkung geht, rät die Expertin von Thymian und Co. aus dem eigenen Garten ab und auch vom Supermarktregal: »Wenn ich einen Pfefferminztee in Lebensmittelqualität nehme, kann ich nicht damit rechnen, dass er antiviral und antibakteriell wirkt«, so die Expertin. Stattdessen sollte man zu Arzneitees aus der Apotheke oder aus dem Reformhaus greifen.–Wichtig: Pfefferminze und andere ätherisch-ölhaltige Heilpflanzen sollten nicht bei Kindern unter zwei Jahren angewendet werden, da sie einen Atemstillstand auslösen können.

Abgesehen davon bergen Heilpflanzen aber selten Risiken oder Nebenwirkungen. »Mit Thymian und Salbei kann man sich kaum vergiften. Was die Wirkung betrifft, sind Arzneipflanzen weniger stark als chemisch synthetisierte Medikamente«, sagt Michalsen. Wichtig: Bei Fertigarzneimitteln sollte man sich an den Beipackzettel halten.

Geheimwaffe Honig?

Ob im Tee oder direkt vom Löffel: Honig hat eine entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Wirkung, sagt Andreas Michalsen. Laut Stiftung Gesundheitswissen kann Honig Hustenattacken lindern und einem besseren Schlaf dienen. Dabei muss es nicht der teure Manuka-Honig sein. Dass der besonders gut helfe, »ist überwiegend gutes Marketing. Im Grunde hat jeder Honig dieselben Eigenschaften. Man sollte eher darauf achten, dass er nicht verunreinigt ist und bestenfalls Bio-Qualität hat«, so Michalsen.

Wichtig: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig zu sich nehmen ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/honig-fuer-babys-unter-einem-jahr-tabu-146881/, weil die Darmflora noch nicht ausgereift ist und es so zu Vergiftungen durch Botulinumsporen kommen kann.

Wann Fiebersenken sinnvoll ist

Wadenwickel sind der Klassiker, wenn es darum geht, das Fieber zu senken. Laut Stiftung Gesundheitswissen sollen die kühlen Wickel bewirken, dass der Körper mehr Wärme abgibt und das Fieber dadurch sinkt. Einen Nachweis der Wirkung gebe es jedoch nicht. Falsch angewendet können sie sogar Schaden anrichten: Die Tücher sollten niemals mit Essigwasser, Essigessenz oder Apfelessig getränkt werden. www.pta-forum.de/wadenwickel-bitte-ohne-essigwasser-153706/ Diese sogenannten Essigsöckchen können vor allem bei kleinen Kindern zu Verätzungen der Haut führen.

Außerdem gilt: Bei kalten Waden oder Schüttelfrost sowie bei Harnwegsinfekten oder Durchblutungsstörungen sollte man Wadenwickel nicht anwenden. Ein sanfteres Mittel zur Fiebersenkung sind Tees aus Lindenblüte oder heißer Holundersaft. »Sie wirken antiviral, leicht fiebersenkend und regen zum Schwitzen an«, erklärt Andreas Michalsen.

Grundsätzlich ist Fieber nichts Schlechtes: Der Körper versucht durch die Erwärmung die Viren und Bakterien zu bekämpfen. Wenn Fieber jedoch mehrere Tage anhält und über 39 Grad bleibt, rät der Mediziner dringend dazu, einen Arzt aufzusuchen.

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