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Diabetestherapie
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Welche Insuline es gibt und wie sie wirken

Insulin ist nicht gleich Insulin: In der Diabetesbehandlung kommen heute verschiedene Präparate zum Einsatz, die sich vor allem in Wirkbeginn, Wirkdauer und Wirkstärke unterscheiden. Welche Insulinarten es gibt und wofür sie eingesetzt werden, zeigt ein Überblick über die wichtigsten Gruppen.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 07.03.2026  13:00 Uhr

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt dafür, dass der Glucosespiegel im Blut konstant gehalten wird. Fehlt Insulin, wie es etwa bei unbehandeltem Typ‑1-Diabetes der Fall ist, sind Stoffwechselstörungen die Folge. Der Blutzuckerspiegel steigt stark an und es entsteht ein Diabetes.

In der modernen Diabetesbehandlung werden Humaninsulin (gentechnisch hergestelltes Insulin) oder gentechnisch hergestellte Insulinanaloga verwendet. Tierische Insuline (Schwein, Rind) spielen heute kaum noch eine Rolle. Insuline unterscheiden sich vor allem in Wirkbeginn, Wirkdauer und Wirkmaximum und diese Eigenschaften sind auch entscheidend für ihre therapeutische Einteilung.

  • Kurz wirkende (Bolus-)Insuline: Dazu gehören normales Human-Insulin (Altinsulin) sowie rasch wirksame Analoga wie Insulin Lispro (z. B. Humalog®), Insulin Aspart (NovoRapid®) und Insulin Glulisin (Apidra®). Ihr Wirkungseintritt am Unterhautfettgewebe erfolgt bereits nach Minuten bis einer halben Stunde, der Blutzucker wird typischerweise ein bis zwei Stunden nach Injektion am stärksten gesenkt. Sie decken die Mahlzeitenboli ab.
  • Verzögerungs- und Langzeitinsuline: Dazu zählen NPH-Insulin (Neutralprotamin-Hagedorn wie Protaphane®) und moderne lang wirkende Analoga. Human-NPH beginnt erst nach etwa ein bis zwei Stunden zu wirken und die Wirkung hält 16 bis 24 Stunden. Langzeit-Analoga wie Insulin Detemir (Levemir®) oder Insulin Glargin (Lantus® oder Toujeo®) haben eine flache Wirkkurve über 20 bis 24 Stunden und sichern den Grundbedarf (Basalinsulin). Ultralanginsuline (wie Insulin Degludec/Tresiba®) halten 42 Stunden, und das nur noch wöchentlich zu applizierende Basalinsulin Insulin Icodec (Awiqli®, wöchentlich) ist seit Ende 2024 verfügbar.
  • Mischinsuline: Fertigmischungen aus Kurz- und Langzeitinsulin gibt es ebenfalls. Sie wurden früher vor allem bei konventioneller Therapie eingesetzt, sind heute aber weniger gebräuchlich, da bei intensivierter Therapie oder Pumpentherapie individuell dosiert wird.
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