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Psychotherapie im Überblick
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Welche Therapieform passt zu mir?

Der Weg zur Psychotherapie ist nicht nur oft lang, sondern für viele auch unübersichtlich: Wie findet man heraus, welche Therapie zu den eigenen Problemen passt? Übernimmt die Krankenkasse die Kosten? Und wie läuft eine Therapie ab?
AutorKontaktdpa
Datum 15.01.2026  10:00 Uhr

Mit diesen Fragen ist man nicht allein: »Das Mittel der Wahl ist die psychotherapeutische Sprechstunde«, erklärt Christina Jochim, stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Dort erfolgt eine erste fachliche Einschätzung. Auch die Frage, welche Art von Hilfe bei den individuellen Problemen, Belastungen oder Erkrankungen sinnvoll sein können, spielt eine Rolle.

Welches anerkannte Verfahren für eine verordnete Therapie letztlich angewendet werden soll, können Erkrankte aber selbst mitentscheiden. In Deutschland erkennen die Krankenkassen vier Therapieverfahren an:

  • Verhaltenstherapie,
  • analytische Psychotherapie (Psychoanalyse),
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und
  • systemische Therapie.

Gut zu wissen: Zugelassen werden nur Methoden, deren Wirksamkeit für alle psychischen Störungen wissenschaftlich belegt ist, erklärt Christina Jochim. Alle beruhen auf Gesprächen, unterscheiden sich aber in Schwerpunkt und Methodik. Doch was bedeutet das konkret? Ein Überblick über die Verfahren:

Psychotherapie: Verhaltenstherapie (VT)

Die Verhaltenstherapie gehört Christina Jochim zufolge zu den am häufigsten angewandten Methoden. Sie ist grundsätzlich für alle Störungsbilder, besonders für Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Essstörungen sowie Abhängigkeitserkrankungen geeignet.

Bei der Verhaltenstherapie seien Patienten von Anfang an aktiv beteiligt, erklärt Samy Egli, Psychotherapeut und leitender Psychologe am Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Das Verfahren zielt vor allem darauf ab, ungünstige Verhaltensmuster zu durchbrechen. Der Grundgedanke: Wer sein Verhalten verändert, kann auch Gedanken und Gefühle beeinflussen.

»Das Besondere daran ist, dass die Verhaltenstherapie sehr stark im Hier und Jetzt arbeitet«, sagt Jochim. Die Therapieform untersucht, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten zusammenhängen – dieses Trio bildet den Kern der Methode. Häufig kommen Rollenspiele und praktische Übungen zum Einsatz.

Sitzungen finden meist einmal pro Woche über ein halbes bis ein Jahr statt; gegen Ende können die Abstände größer werden. Bei einer Langzeittherapie sind laut Egli bis zu 60 Sitzungen möglich, die in der Regel von den Krankenkassen übernommen werden.

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