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Universitätsklinikum Freiburg
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Weniger Antibiotika, höhere Behandlungsqualität

Ohne wirksame Antibiotika könnten selbst Routineeingriffe riskant sein. Das Universitätsklinikum Freiburg warnt vor unbedachtem Einsatz und setzt auf gezielte Steuerung, um Resistenzen zu verhindern.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 03.12.2025  12:00 Uhr

»Antibiotika sind ein medizinischer Schatz und wir verlieren ihn, wenn wir sie unbedacht einsetzen«, warnt Professor Dr. Siegbert Rieg, Leiter der Abteilung Infektiologie der Klinik für Innere Medizin II. »Gleichzeitig wissen wir: Viele Antibiotikaeinsätze sind vermeidbar und jede unnötige oder falsch dosierte Gabe fördert Resistenzen.«

Das Universitätsklinikum gehört bundesweit zu den drei Unikliniken mit dem niedrigsten Antibiotika-Verbrauch – bei gestiegener Behandlungsqualität. Bereits seit 15 Jahren wird der Einsatz gezielt gesteuert. Seit 2023 beraten spezialisierte Teams die behandelnden Ärzte bei Auswahl, Dosierung und Dauer der Therapie, prüfen mikrobiologische Befunde und fördern den Wechsel von intravenöser auf orale Behandlung. Zudem werden verstärkt Fortbildungen angeboten.

»Dadurch konnten wir die Menge an Antibiotika am Universitätsklinikum Freiburg seit 2023 um 1,7 Prozent senken, während sie bundesweit im gleichen Zeitraum um drei Prozent stieg«, sagt Rieg. Das sei nicht nur gut für die Patienten, sondern reduziere auch Kosten. Zudem helfe es langfristig dabei, Resistenzen zu vermeiden und einzudämmen.

Was jeder tun kann:

  • Erkältungen sind fast immer viral – Antibiotika helfen hier nicht.
  • Impfungen verringern Infektionen und damit den Bedarf an Antibiotika.
  • Gute Händehygiene und das Tragen einer Maske bei Symptomen schützen andere.
  • Ärztliche Empfehlungen zur Dauer und Dosierung von Antibiotika sollten konsequent befolgt werden.
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