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Angststörungen
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Wenn Angst das Leben übernimmt

Angst ist ein natürliches Gefühl. Sie soll uns vor Gefahren warnen. Bei manchen Menschen schlägt das Nervensystem jedoch immer wieder Alarm, obwohl keine reale Bedrohung besteht.
AutorKontaktdpa
Datum 02.04.2026  12:00 Uhr

Woran erkenne ich eine Angststörung?

Es gibt verschiedene Formen der Angststörung. Menschen mit einer generalisierten Angststörung (GAS) haben nahezu ständig Angst und machen sich um viele Dinge Sorgen. Typisch sind anhaltende, übertriebene und schwer kontrollierbare Befürchtungen, die oft in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr stehen. Die Krankheit zeigt sich auch körperlich. Typische Symptome reichen von Atembeschwerden über Herzrasen, Schwindel, Schwitzen und Zittern bis hin zu Kontrollverlust. Auch Schlafprobleme sind häufig.

Viele Betroffene versuchen, angstauslösende Situationen zu vermeiden: Sie sagen Treffen ab, verändern Wege oder meiden bestimmte Orte ganz. »Der eigene Aktionsradius schrumpft gewaltig«, so Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. In extremen Fällen ziehen sich Betroffene ganz zurück.

Ob eine Angststörung vorliegt, hängt von Intensität, Dauer und den Folgen im Alltag ab. Wichtige Kriterien sind laut »Stiftung Gesundheitswissen« unter anderem, dass die Beschwerden über mindestens sechs Monate an den meisten Tagen bestehen, sich kaum kontrollieren lassen und den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Was können Betroffene selbst tun?

Oft helfen schon kleine Schritte, um der Angst weniger Raum zu geben. »Wer aus Furcht nicht mehr Bus fährt, steigt vielleicht erst einmal nur für eine Station ein«, illustriert Häfner. Oder man geht zu einer ruhigeren Tageszeit in den Supermarkt, um weniger Menschen und Lärm ausgesetzt zu sein. Entscheidend ist laut dem Facharzt die Erfahrung, dass sich solche Situationen bewältigen lassen.

Auch kurze Atem- oder Entspannungsübungen können das Stressniveau senken und Sicherheit vermitteln. Spezielle Techniken helfen, sich in akuten Angstsituationen zu erden – etwa die 5-4-3-2-1-Übung. Dabei richtet man die Aufmerksamkeit nacheinander auf die einzelnen Sinne und benennt:

  • fünf Dinge, die man sehen kann,
  • vier Dinge, die man fühlen kann,
  • drei Dinge, die man hören kann,
  • zwei Dinge, die man riechen kann und
  • eine Sache, die man schmecken kann.

Das lenkt den Fokus und kann helfen, den Körper zu beruhigen.

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