| Katja Egermeier |
| 21.01.2026 12:00 Uhr |
Ein nachlassender Geruchssinn kann ein Indikator für eine Erkrankung sein – auch des Herz-Kreislauf-Systems. / © Getty Images/Plattform
Ganz neu ist der Zusammenhang nicht: Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass ein nachlassender Geruchssinn und eine Herzschwäche sowie eine insgesamt reduzierte Lebenserwartung miteinander korrelieren, wie die Deutsche Herzstiftung schreibt. Eine neue Erkenntnis der aktuellen Studie ist jedoch, dass ein verminderter Geruchssinn auch mit einem erhöhten Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) beziehungsweise für einen Herzinfarkt einhergehen kann.
Für die Kohortenstudie werteten die Forschenden die Daten von 5142 US-amerikanischen Teilnehmenden mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren über eine Beobachtungszeit von etwa zehn Jahren aus. Voraussetzung war, dass zu Beginn keine Hinweise auf eine koronare Herzkrankheit vorlagen. Der Geruchssinn wurde anhand eines einfachen Tests in die drei Kategorien »gut«, »mittelmäßig« oder »schlecht« eingestuft.
Während der Nachbeobachtungszeit von 9,6 Jahren kam es zu 280 koronaren Ereignissen. Dabei zeigte sich ein erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit bei Teilnehmenden mit mäßigem und schlechtem Geruchssinn – vor allem in den ersten vier Jahren nach dem Riechtest. Mit zunehmender Beobachtungsdauer schwächte sich dieser Zusammenhang jedoch ab. In der ersten Phase war das Risiko bei Personen mit schlechtem Geruchssinn jedoch nahezu doppelt so hoch wie bei jenen mit gutem Geruchssinn.
Die Studie legt nahe, dass die Nase ein Indikator für ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten sein kann – und dass ein nachlassender Geruchssinn ein Anlass sein sollte, auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit präventiv überprüfen zu lassen.