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STIKO-Empfehlung
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Wer sich gegen Chikungunya impfen lassen sollte

Um eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus zu vermeiden, steht für Reisende eine Impfung zur Verfügung. Doch für wen wird sie empfohlen? Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat nun eine Empfehlung abgegeben.
AutorKontaktPZ
Datum 14.07.2025  14:00 Uhr

Eine offizielle STIKO-Empfehlung für die Impfung liegt nun vor für Personen ab zwölf Jahren, die in Gebiete mit einem aktuellen Chikungunya-Ausbruch reisen. Ebenfalls empfohlen wird die Impfung bei geplanten Aufenthalten für länger als vier Wochen oder wiederholten Kurztrips in Endemiegebiete, sofern zusätzlich ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht. Das trifft etwa auf Personen ab 60 Jahren zu oder auf Patienten mit schweren internistischen Grunderkrankungen. Als berufliche Indikation gibt es zudem eine STIKO-Empfehlung für Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit gezielt mit Chikungunya-Viren arbeiten, etwa in Laboren oder Forschungs­einrichtungen.

Die STIKO gibt keinem der beiden in Deutschland zugelassenen Chikungunya-Impfstoffe den Vorzug. Verfügbar sind der Totimpfstoff Vimkunya® und der attenuierte Lebend­impfstoff Ixchiq®. Beide sind für Personen ab zwölf Jahren zugelassen und erfordern eine einmalige Impfung. Die STIKO empfiehlt Vimkunya uneingeschränkt, Ixchiq dagegen nur für Personen zwischen 12 und 59 Jahren sowie weder bei Immundefizienz noch in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Mit der Impfung sollen laut STIKO Erkrankungen, schwere Krankheits­verläufen und Todesfälle durch eine Chikungunya-Infektion verhindert werden. Eine Chikungunya-Infektion geht mit Fieber und Gelenkbeschwerden einher; die Erkrankung ist insbesondere in tropischen und subtropischen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas verbreitet. Das zu den Arboviren gehörende Chikungunya-Virus wird von Aedes-Stechmücken wie der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen.

In Deutschland wurden bislang laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fälle von Chikungunya-Fieber lediglich bei Reiserückkehrern bekannt. Dies wird sich jedoch absehbar ändern, denn die Überträgermücke kommt mittlerweile auch in Teilen von Deutschland vor. Kürzlich wurde in Frankreich eine erste Übertragung im Elsass nahe der Grenze zu Deutschland bekannt.

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