Dank bahnbrechender Arbeiten der dänischen Neurowissenschaftlerin und Professorin Dr. Maiken Nedergaard ist jetzt klar, dass das Gehirn sehr wohl ein eigenes Lymphsystem besitzt. / © Getty Images/champpixs
Nahezu 86 Milliarden Neuronen feuern im menschlichen Gehirn ununterbrochen elektrische Signale. Dieser intensive Betrieb produziert massenhaft Stoffwechselabfälle, darunter toxische Proteine wie Beta-Amyloid, Tau-Proteine und Alpha-Synuclein, die mit neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz oder Parkinson in Verbindung stehen.
Das Gehirn verfügt jedoch mit einem lymphatischen System über einen ausgeklügelten Reinigungsmechanismus, dessen Störung mit praktisch jeder neurodegenerativen Erkrankung in Verbindung steht. Dessen Existenz wurde von Wissenschaftlern lange Zeit bezweifelt. Bis vor gut zehn Jahren glaubte man, das Gehirn sei »immunprivilegiert« und abgeschottet hinter der Blut-Hirn-Schranke – ohne ein lymphatisches System.
Dank bahnbrechender Arbeiten der dänischen Neurowissenschaftlerin und Professorin Dr. Maiken Nedergaard ist jetzt klar, dass das Gehirn sehr wohl ein Lymphsystem besitzt. Allerdings sieht es völlig anders aus als das gut bekannte Lymphsystem im Rest unseres Körpers. Nedergaard prägte auch den Namen für dieses System. Sie nannte es das »glymphatische System«, ein Wortspiel aus »Glia«, den Stützzellen des Gehirns, und »lymphatisch«. Mehr über dieses System hören Sie in der neuen Folge von »PZ Nachgefragt«.