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Mittelmeerraum
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Wie gefährlich ist die Violinspinne?

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist in Italien ein Mensch nach dem Biss einer braunen Violinspinne gestorben. Doch wie gefährlich ist die Spinne, deren Leib je nach Geschlecht nur 7,5 bis 9 Millimeter misst, wirklich?
AutorKontaktdpa
Datum 21.08.2024  16:00 Uhr

Die Spinnenart Loxosceles rufescens lebt im gesamten Mittelmeerraum und kommt vor allem in den beliebten Urlaubsländern Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei vor. Die braune Violinspinne verfügt zwar über ein hochwirksames Gift. Allerdings sei es nicht so gefährlich, wie manche denken, und der Biss habe nur selten schwerwiegende Folgen, sagt Maurizio Soave, Leiter der Giftnotrufzentrale im Gemelli-Krankenhaus in Rom.

Zunächst sei der Biss meist schmerzlos, erst später folgten Juckreiz und Schmerzen. Auch kleine Pusteln und Rötungen rund um die Bissstelle können wenige Stunden später entstehen.

Bakterien können in Gewebe gelangen

Doch zusätzlich zu ihrem Gift könne die Spinne auch Bakterien in das Gewebe übertragen, die dann Entzündungen und teils schweren Komplikationen verursachen könnten, so Soave. In einem solchen Fall kann es rund um die Bissstelle zu einer langsam wachsenden Nekrose kommen: Das Gewebe wird zerstört und es entstehen tiefe und schwer heilende Wunden. Schwere Infektionen bis hin zur Sepsis – also Blutvergiftung – könnten die Folge sein.

Solch eine Entwicklung sei jedoch äußerst selten, heißt es auf der Seite des Antigiftzentrums in Pavia. In den meisten Fällen bleibe ein Biss ohne Komplikationen. Größere Probleme gehen demnach meist auf Vorerkrankungen wie etwa Diabetes oder Allergien zurück. Experten schätzen, dass zudem auch Kinder sowie ältere Menschen eher gefährdet sind.

Generell wird die braune Violinspinne, die sich oft in Erdlöchern versteckt und trockene Böden bevorzugt, als eher friedlich beschrieben. Sie beiße nur dann, wenn sie sich bedroht fühle. Nach einem Biss raten Experten, die Wunde mit Wasser und Seife zu reinigen. Bei starkem Juckreiz oder Rötungen könnten eine Kortisonsalbe oder Antibiotika ratsam sein.

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