| Isabel Weinert |
| 20.02.2026 13:14 Uhr |
Stillen kann stressen, schafft aber oft auch eine besondere Verbindung mit dem Baby und gibt ihm den bestmöglichen Ernährungsstart ins Leben. / © Adobe Stock/Anastasia Stagaylo
Es waren 26 Fachgesellschaften an der Erstellung der Leitlinie beteiligt und sie einigten sich auf eine strengere Empfehlung zum Stillen, als sie in Deutschland bislang galt – nämlich in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich zu stillen und danach zusammen mit Beikost solange weiterzustellen, wie Mutter und Baby das möchten. Nun lautet die Empfehlung, sechs Monate voll zu stillen und dann mit Einführung der Beikost mindestens bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres. Die Autoren und Autorinnen der Leitlinie führen aus, dass der bisher für Deutschland geltenden und von der Weltgesundheitsorganisation WHO abweichenden Empfehlung keine klare Evidenz zugrunde gelegen hätte. Nun erhalten die Zielgruppen dieses ersten Teils der Leitlinie evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen zur Stilldauer. Dies sei vor allem relevant, weil Stillförderung und Stillberatung am effektivsten wirkten, wenn alle Berufsgruppen die für Mütter und Kinder essenziellen Information einheitlich kommunizierten. Die WHO empfiehlt weiterhin, sechs Monate ausschließlich zu stillen und nach Einführung von Beikost bis zu zwei Jahre oder darüber hinaus.