| Barbara Döring |
| 16.01.2026 16:00 Uhr |
Sich vor Lachen auszuschütten ist zwar wunderbar, passt aber nicht in jeder Situation. / © Adobe Stock/Krakenimages.com
Dem einen fällt es schwerer als dem anderen in bestimmten Situationen nicht laut loszuprusten. Forschende der Universität Göttingen haben untersucht, wie es Menschen gelingt, ihr Lachen zu regulieren. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal »Communications Psychology« veröffentlicht.
Bei der Studie mit 121 Teilnehmenden wurde mithilfe der Gesichts-Elektromyographie (fEMG) die Aktivität der Muskeln im Gesicht beim Lächeln und Lachen aufgezeichnet, wobei das Gerät selbst winzigste Regungen erfasst, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Währenddessen hörten sich die Probanden Witze an, über die sie möglichst nicht lachen sollten. Dafür konnten sie verschiedene Strategien anwenden, wie Ablenkung durch ein buntes Plakat mit versteckten Objekten, Unterdrückung ihrer Mimik und kognitive Neubewertung durch eine weniger amüsante Interpretation der Witze.
Am wirksamsten erwiesen sich Ablenkung und die bewusste Kontrolle der Mimik. Allerdings können auch diese effektiven Strategien an ihre Grenzen stoßen. »Soziale Signale wie das Lachen anderer machen es viel schwieriger, das eigene Lachen zu kontrollieren«, erläutert die Göttinger Psychologin Professor Dr. Anne Schacht. Das sei ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie stark unsere Emotionen sozial beeinflusst sind.