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Infiziert oder nicht
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Wie sicher sind Corona-Tests?

Betrachtet man die Zahl der erfassten Corona-Fälle, muss eines klar sein: Es gibt eine erhebliche Dunkelziffer. Für einen besseren Überblick sollen Studien in mehreren Regionen Deutschlands sorgen. Doch bislang waren Ergebnisse solcher Untersuchungen mit Fragezeichen versehen, weil es keinen in allen Belangen hundertprozentig zuverlässigen Test gibt.
AutorKontaktdpa
Datum 05.05.2020  16:30 Uhr

Falsche Ergebnisse und die Folgen

Problematisch wird es bei sogenannten falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen. Einfach ausgedrückt: Wenn also das angezeigte Ergebnis nicht den Tatsachen entspricht. Dabei sind die Konsequenzen unterschiedlich, je nachdem ob es sich um einen Virusnachweis mittels RT-PCR oder einen Antikörpernachweis handelt.

Im Fall der RT-PCR seien vor allem falsch-negative Ergebnisse fatal, so Zapf, da das bedeute, dass die Getesteten als gesund eingestuft werden, obwohl sie infiziert sind. Die Professorin macht deutlich: »Das heißt ja, die Leute gehen raus und stecken vielleicht andere an.« Bei falsch-positiven Tests müssten die Leute und Kontaktpersonen zwar in Quarantäne, was eigentlich unnötig wäre. Aber das sei im Zweifel gesamtgesellschaftlich betrachtet der geringere Schaden.

Im Gegensatz dazu sind aus ihrer Sicht beim Antikörpertest die Konsequenzen eines falsch-positiven Befunds schwerwiegender, da sich so Personen zu Unrecht sicher fühlen und sich womöglich nicht mehr zum Beispiel an Hygienebestimmungen und Kontaktbeschränkungen halten.

Problem Selbst-Zertifizierung

Hinzu kommt nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, dass Hersteller Covid-19-Tests noch bis Mai 2022 selbst zertifizieren können. Über die Zuverlässigkeit von Schnelltests könne die Behörde daher keine Aussage treffen, »da entsprechende Untersuchungen noch nicht durchgeführt wurden«. Bei den Covid-19-Antikörpertests müsse zudem eine mögliche Kreuzreaktion mit Antikörpern ausgeschlossen werden, die gegen andere Coronaviren gebildet wurden.

Das Institut weist auch darauf hin, dass die Validierung von Tests, die etwa im Internet angeboten werden, wegen der bestehenden Möglichkeit der »Selbst-Zertifizierung« nicht immer gesichert sei. »Nachweislich gibt es hier auch Fälschungen von Zertifikaten.«

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