Die Softdrinks mit Ballaststoffen oder Apfelessig haben laut Verbraucherzentrale vernachlässigbare Effekte, sind aber sehr teuer. / © Getty Images/Juan Francisco Alvarez Acosta
»Prinzipiell klingt das erstmal gut«, findet Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Aber: »Die zugesetzte Menge an Ballaststoffen ist oft nicht besonders hoch und die teilweise enthaltenen Zusatzstoffe wie Süßstoffe, Stabilisatoren oder Konservierungsstoffe machen die Getränke auch nicht unbedingt gesund.«
Kurzer Exkurs: Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die wir nicht oder nur teilweise verdauen können. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse enthalten viel davon. Ballaststoffe regen die Verdauung an und gelten als Futter für die nützlichen Darmbakterien. Es ist also wichtig, sie in die Ernährung einzubauen.
30 Gramm Ballaststoffe pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Eine Dose eines »High-Fiber-Drinks« kommt laut der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in der Regel auf 7 bis 10 Gramm Ballaststoffe. Heißt: Wer sich gut mit Ballaststoffen versorgen will, sollte nicht allein auf die Drinks setzen – sondern vor allem auf eine vielfältige und ausgewogene Ernährung.
Oft sind die Getränke laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) mit kalorienfreien Steviaprodukten gesüßt, was Hersteller gern als »natürlich« bewerben. »Sie nehmen jedoch keine Sonderrolle unter den Süßstoffen ein und gelten genau wie Aspartam oder Cyclamat als Zusatzstoff«, schreiben die Ernährungsexperten.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat für sogenannte Steviolglycoside eine Menge definiert, die selbst bei lebenslänglichem täglichem Verzehr keinen gesundheitlichen Schaden anrichtet. Er liegt bei vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass vor allem Kinder diesen Wert sehr schnell erreichen und überschreiten können, wenn sie Erfrischungsgetränke konsumieren. Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Blähungen und Bauchschmerzen kommen.
Und was bringen andere Zutaten, die in den »funktionellen« Drinks stecken?