Höhere Gesamtcholesterolspiegel beobachteten die Autoren bei Patienten, die beispielsweise mit Desvenlafaxin (+ 0,27 mmol/L), Venlafaxin (+ 0,22 mmol/L), Duloxetin (+ 0,17 mmol/L) oder Paroxetin (+0,16 mmol/L) behandelt wurden.
Hinsichtlich des Anstiegs der Glucosekonzentration im Blut fiel nur Duloxetin mit einem konsistenten Anstieg von 0,30 mmol/L auf. Störungen der Elektrolytkonzentrationen ließen sich aus den analysierten Daten nicht ableiten. Lediglich bei Duloxetin nahmen die Natriumspiegel ab – allerdings in einem klinisch nicht relevanten Maß (– 0,82 mmol/L beziehungsweise – 0,71 mmol/L).
Besonders unter noradrenerg wirksamen Substanzen traten Wechselwirkungen mit der Herzfunktion auf, sowohl hinsichtlich der Herzfrequenz als auch des Blutdrucks. So nahm die Herzfrequenz mit 13,77 Schlägen pro Minute (bpm) am stärksten unter Nortriptylin zu, gefolgt von Clomipramin, Imipramin, Amitriptylin, Doxepin sowie den SNRI Levomilnacipran (+ 7,67 bpm), Desvenlafaxin (+ 3,51 bpm), Venlafaxin (+ 2,38 bpm) und Duloxetin (+ 2,09 bpm). Demgegenüber senkten Fluvoxamin (– 8,18 bpm) und Moclobemid (– 4,49 bpm) die Herzfrequenz.
Der systolische Blutdruck stieg unter der Therapie mit folgenden Antidepressiva an: Amitriptylin (+ 4,86 mmHg), Levomilnacipran (+ 3,36 mmHg), Venlafaxin (+ 2,78 mmHg), Imipramin (+ 2,57 mmHg), Desvenlafaxin (+ 1,93 mmHg), Duloxetin (+ 1,59 mmHg) und Fluoxetin (+ 2,94 mmHg). Demgegenüber senkte Nortriptylin den Blutdruck um etwa 6,68 mmHg. Bezüglich der Änderung der diastolischen Werte fiel Maprotilin auf, das ein deutliches Plus von 7,18 mmHg verursachte. Auch tendieren die Antidepressiva Levomilnacipran, Venlafaxin, Imipramin, Desvenlafaxin und Duloxetin zu einem Anstieg der diastolischen Blutdruckwerte.
Für QTc-Veränderungen fanden die Forschenden keine robuste, klinisch relevante Verlängerung.
Bei folgenden Arzneistoffen stiegen die Werte der Leberenzyme AST und ALT an: Duloxetin (AST + 2,08 IU/L, ALT + 2,20 IU/L), Levomilnacipran (AST + 1,78, ALT + 1,97) und Desvenlafaxin (ALT + 1,43). Die Aktivität der ALP stieg bei vielen Substanzen, am stärksten unter Reboxetin (+ 13,19 IU/L), Desvenlafaxin (+ 7,25 IU/L), Sertralin (+ 6,53 IU/L) und Levomilnacipran (+ 4,55 IU/L). Allerdings sind diese Steigerungen, vor allem mit Blick auf die absoluten Größenordnungen, eher moderat und meist klinisch nicht relevant.
Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass Verbesserungen der depressiven Symptomatik nicht mit metabolischen Veränderungen korrelieren, das heißt eine wirksame Behandlung führt nicht zwingend zu einer Verschlechterung des Stoffwechsels.