Die kleinen Spinnentiere kann man leicht übersehen – ein Tipp ist daher helle Kleidung zu tragen und den Körper nach einer möglichen Exposition gründlich abzusuchen. / © Getty Images/Aleksey Matrenin
Der relativ knackige Winter in diesem Jahr hat den Zecken in Wäldern und auf Wiesen nach Experteneinschätzung nicht viel anhaben können. »Ich rechne nicht mit einer nennenswerten Dezimierung«, sagte Katja Mertens-Scholz, Leiterin des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, der Nachrichtenagentur dpa. Erst ab Frost von minus 20 Grad begännen Zecken abzusterben. Dabei komme es darauf an, wie tief der Frost ins Erdreich eingedrungen sei. Oft jedoch seien Waldböden von einer schützenden Laubschicht bedeckt.
Häufigste in Deutschland auftretende Zeckenart ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Erste Meldungen von Borreliose-Fällen in diesem Jahr zeigten, dass Zecken wieder aktiv seien, so die Biologin. Die von Bakterien (Borrelien) ausgelöste Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Zecken übertragen aber potenziell auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), eine Viruserkrankung, entsprechende Risikogebiete werden jährlich vom Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelt.
Auslöser der Lyme-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, das vor allem durch den Stich des gemeinen Holzbocks übertragen wird. Typisches Anzeichen einer Infektion ist das Erythema migrans, auch Wanderröte genannt: ein roter Fleck, der sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitet. Bis zu sechs Wochen nach dem Zeckenstich können dazu grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf kann es etwa zu Gelenkentzündungen, der sogenannten Lyme-Arthritis, kommen. Befallen Borrelien das Nervensytem, liegt eine Neuroborreliose vor.
Wichtig sind daher eine schnelle Diagnose und Therapie: Eingesetzt werden Antibiotika wie Doxycyclin, eine Schutzimpfung gibt es nicht.
Außer den beim Robert-Koch-Institut erfassten Fällen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Nicht jede Zecke sei Träger von Krankheitserregern, sagt Mertens-Scholz. Bei Borrelien etwa treffe das je nach Region auf fünf bis 35 Prozent der Zecken zu. Auch nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen werde, erkranke zwangsläufig. »Wichtig ist es, die Zecke möglichst schnell herauszuziehen«, riet sie.