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Zecken sind aktiv
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An FSME-Impfung und Schutzmaßnahmen denken

Das sonnige Frühlingswetter lockt die Menschen ins Freie. Wer durch Wälder und über Wiesen läuft, sollte auf Zecken achten. Die ersten Fälle von Borreliose sind in diesem Jahr schon gemeldet worden.
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Datum 09.03.2026  08:00 Uhr

Der relativ knackige Winter in diesem Jahr hat den Zecken in Wäldern und auf Wiesen nach Experteneinschätzung nicht viel anhaben können. »Ich rechne nicht mit einer nennenswerten Dezimierung«, sagte Katja Mertens-Scholz, Leiterin des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, der Nachrichtenagentur dpa. Erst ab Frost von minus 20 Grad begännen Zecken abzusterben. Dabei komme es darauf an, wie tief der Frost ins Erdreich eingedrungen sei. Oft jedoch seien Waldböden von einer schützenden Laubschicht bedeckt.

Häufigste in Deutschland auftretende Zeckenart ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Erste Meldungen von Borreliose-Fällen in diesem Jahr zeigten, dass Zecken wieder aktiv seien, so die Biologin. Die von Bakterien (Borrelien) ausgelöste Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Zecken übertragen aber potenziell auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), eine Viruserkrankung, entsprechende Risikogebiete werden jährlich vom Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelt.

Nach Zeckenstich: Einstichstelle beobachten

Auslöser der Lyme-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, das vor allem durch den Stich des gemeinen Holzbocks übertragen wird. Typisches Anzeichen einer Infektion ist das Erythema migrans, auch Wanderröte genannt: ein roter Fleck, der sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitet. Bis zu sechs Wochen nach dem Zeckenstich können dazu grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf kann es etwa zu Gelenkentzündungen, der sogenannten Lyme-Arthritis, kommen. Befallen Borrelien das Nervensytem, liegt eine Neuroborreliose vor.

Wichtig sind daher eine schnelle Diagnose und Therapie: Eingesetzt werden Antibiotika wie Doxycyclin, eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Außer den beim Robert-Koch-Institut erfassten Fällen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Nicht jede Zecke sei Träger von Krankheitserregern, sagt Mertens-Scholz. Bei Borrelien etwa treffe das je nach Region auf fünf bis 35 Prozent der Zecken zu. Auch nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen werde, erkranke zwangsläufig. »Wichtig ist es, die Zecke möglichst schnell herauszuziehen«, riet sie.

Zwei neue FSME-Risikogebiete

Bei FSME reichen die Symptome von einer grippeähnlichen Erkrankung bis zur Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks. Etwa zehn Tage nach dem Stich können bei einer FSME-Infektion grippeähnliche Symptome auftreten. Bei rund einem Drittel der Patienten kommt es nach einer vorübergehenden Besserung zu einem erneuten Fieberanstieg und einer zweiten Krankheitsphase.

Bei leichten Verläufen klagen die Betroffenen vor allem über starke Kopfschmerzen, bei schwereren Fällen sind auch Gehirn und Rückenmark beteiligt. Es kommt etwa zu Koordinationsstörungen, Lähmungen, Sprach- und Sprechstörungen sowie Bewusstseinsstörungen und epileptischen Anfällen. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können nur die Symptome therapiert werden. Bei rund 1 Prozent der Erkrankten verläuft die Infektion tödlich.

Gegen FSME gibt es keine ursächlich wirkenden Medikamente, aber eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese für Menschen, die in FSME-Gebieten gegenüber Zecken exponiert sind oder beruflich gefährdet sind. Auch bei Reisen in Risikogebiete, auch außerhalb Deutschlands, und möglicher Zeckenexposition vor Ort wird die Impfung empfohlen.

Das RKI hat aktuell zwei neue Risikogebiete für die von Zecken übertragene Krankheit FSME bestimmt. Hinzu kommen der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt, wie es im aktuellen »Epidemiologischen Bulletin« heißt. In diesem wurde die neue Karte mit den Risikogebieten veröffentlicht. Insgesamt gibt es damit in Deutschland 185 FSME-Kreise.

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