Bei Zöliakie ist der komplette Verzicht auf Gluten unerlässlich, um Darmentzündungen zu vermeiden. / © Adobe Stock/Galigrafiya
Blutzuckermessgerät und Insulin sind fester Teil des Alltags: Hat ein Kind die Diagnose Typ-1-Diabetes bekommen, müssen Familien erst einmal lernen, mit der Erkrankung umzugehen. In einigen Fällen kommt noch eine weitere Diagnose dazu. Denn Typ-1-Diabetes kann mit anderen Autoimmunerkrankungen einhergehen, informiert die Deutsche Diabetes-Hilfe (DiabetesDE). Ein Beispiel ist Zöliakie. Während ein Prozent der Gesamtbevölkerung von der immunologischen Darmerkrankung betroffen ist, sind es unter Typ-1-Diabetikern drei bis sechs Prozent.
Bei einer Zöliakie reagiert das Immunsystem des Darms auf das Klebereiweiß Gluten, das in Getreide wie Weizen, Roggen oder Dinkel vorkommt. Dadurch kommt es zu Entzündungen der Dünndarmzotten.
Tückisch an der Kombination aus Zöliakie und Diabetes: Durch die Schäden an der Darmschleimhaut kann der Körper Kohlenhydrate – und auch andere Nährstoffe – möglicherweise schlechter aufnehmen. »Das begünstigt Unterzuckerungen und Mangelerscheinungen«, erklärt der Kinderdiabetologe Professor Andreas Neu vom Universitätsklinikum Tübingen.
»Leitlinien sehen vor, Kinder und Jugendliche mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes auf Zöliakie zu untersuchen. Das wird in der Praxis aber noch nicht überall umgesetzt«, so Andreas Neu. Kommt das Thema beim Arztbesuch nicht ohnehin zur Sprache, sollten Eltern also aktiv nachfragen. Ob eine Zöliakie vorliegt, kann durch eine Blutuntersuchung ermittelt werden. Manchmal wird auch Gewebe aus dem Dünndarm entnommen.
Eine Zöliakie anhand von Symptomen zu erkennen, ist nicht so leicht, denn die Erkrankung zeigt sich bei Menschen mit Typ-1-Diabetes oft unspezifisch oder mild. Typische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall kommen laut DiabetesDE nicht immer vor.
Ist das Kind allerdings ständig müde, knickt die Leistung ein oder verändert sich das Gewicht aus unerklärlichen Gründen, kann dies auf eine Zöliakie hindeuten. Diesen Symptomen sollten Eltern nachgehen.