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Verkannte Gefahr
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Bei Atemnot an Lungenhochdruck denken

Außer Atem schon bei geringer Anstrengung? Das kann viele Ursachen haben, von mangelnder Fitness bis zu Infektfolgen. Es kann aber auch eine Krankheit dahinterstecken, die sich jährlich in Deutschland bei bis zu einer Million Menschen entwickelt: ein Lungenhochdruck.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 09.01.2025  12:00 Uhr

Prognose deutlich besser

Noch vor wenigen Jahren war besonders die Pulmonale Arterielle Hypertonie mit einer schlechten Prognose verbunden. Das hat sich geändert, auch wenn die Krankheit immer noch nicht heilbar ist. Aber es existieren etliche Arzneistoffe, mit deren Hilfe sich eine PAH kontrollieren lässt. Zum Teil kommen sie auch bei anderen Formen der PH zum Einsatz, so der Lungeninformationsdienst. Besonders effektiv wirken sich Medikamenten-Kombinationen aus. Wie eine Therapie aussieht, hängt immer vom Einzelfall, von der Genese des Pulmonalen Hochdrucks und dem Stadium sowie von weiteren Begleiterkrankungen ab. Behandelbare Erkrankungen als Ursache Pulmonaler Hypertonie gehören stets therapiert. Medikamente aus den folgenden Arzneistoffgruppen kommen zum Einsatz.

  • Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA) blockieren die Wirkung von Endothelin, einem Stoff, der die Gefäße stark verengt. Beispiele sind Bosentan sowie Ambrisentan und Macitentan. Schwangere Frauen dürfen ERA nicht einnehmen. Engmaschige Kontrollen auch der Leberwerte überprüfen den Therapieerfolg.
  • Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) verbessern die Durchblutung, weil sie die Wirkung von Stickstoffmonoxid verlängern. Dazu zählen Sildenafil und Tadalafil, die beide eine Zulassung zur Therapie der PAH besitzen.
  • Lösliche Guanylatcyclase-Stimulatoren (sGC-Stimulatoren) aktivieren die Guanylatcyclase, dadurch erweitern sich die Gefäße. Riociguat ist Wirkstoff dieser Gruppe und hilft Menschen mit PAH oder einer chronisch-thromboembolischen Pulmonalen Hypertonie.
  • Calcium-Antagonisten erweitern die Blutgefäße. Amlodipin, Diltiazem, Felodipin und Nifedipin gehören dazu. Es gibt Patienten mit PAH, denen eine hoch dosierte Therapie mit einem Calciumantagonisten ausreicht, schreiben die Autoren des Lungeninformationsdienstes. Engmaschige Kontrollen sind jedoch nötig, um immer wieder zu prüfen, ob die Behandlung noch anschlägt.
  • Prostacyclin-Analoga sind synthetische Abkömmlinge von Prostacyclin, das natürlicherweise die Blutgefäße weitstellt. In diese Gruppe gehören Iloprost, Epoprostenol, Treprostinil, Beraprost und Selexipag. Ein Nachteil der oft effektiven Therapie liegt in ihrer Darreichungsform als Pumpen oder Vernebler. Nicht immer können Patienten damit richtig umgehen. Den Prostacyklin-Rezeptor-Agonisten Selexipag gibt es in Tablettenform, er kommt bei PAH zum Einsatz. Treprostinil hat eine Zulassung als Orphan-Arzneimittel für die Therapie der chronisch thromboembolischen Pulmonalen Hypertonie.
  • Der Aktivin-Inhibitor Sotatercept ist in Deutschland der erste Arzneistoff, dessen Wirkung über den sogenannten Aktivin-Signalweg läuft. Seine Zulassung gilt für die PAH.

Die Forschung auf dem Gebiet der Medikamente gegen Pulmonale Hypertonie geht weiter. Besonders suchen Wissenschaftler nach Substanzen zum Disease-Modifying, nach solchen also, die die Krankheit so beeinflussen, dass sich die Prognose entscheidend verbessert. Studien mit sogenannten Remodelling-Medikamenten seien durchgeführt worden, und damit gelinge es tatsächlich, die Prozesse der pathologischen Umbauten in den Gefäßen wieder rückzubauen in Richtung Normalisierung der Blutgefäße, so Ghofrani. Biologica bergen ein immenses Potenzial. Darüber hinaus befinden sich Medikamente in der Entwicklung, die ihre Ursprünge in der Tumortherapie haben. Stammzellforschung und genetische Manipulationen sind weitere Gebiete, aus denen man sich wirksame Therapien erhofft.

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