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Fortbildung
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Blutdruckkontrolle als pharmazeutische Dienstleistung

»Hypertonie ist eine Volkskrankheit, doch jeder zehnte Betroffene mit der Diagnose erhält keine Therapie oder erreicht seine Werte nicht«, sensibilisierte Dr. Christian Ude, Präsident der Landesapothekerkammer Hessen (LAK), bei der zentralen Fortbildung in Gießen.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 26.11.2025  16:00 Uhr
Blutdruckkontrolle als pharmazeutische Dienstleistung

Bluthochdruck sei in Deutschland nach wie vor der Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für etwa 33 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Doch: »Bluthochdruck tut nicht weh und verursacht zunächst kaum Symptome«, so Ude. Viele Menschen wüssten daher nicht, wie krank sie sind – hier habe Aufklärung, auch in der Apotheke, einen echten Nutzen. »Wenn der Blutdruck erst so hoch ist, dass er Beschwerden bereitet, dann haben wir ein ernstes gesundheitliches Problem«, betonte der Apotheker. Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Lebensstil, Umweltfaktoren wie Lärmbelästigung und der sozioökonomische Status eine Rolle.

Wo beginnt Bluthochdruck?

Die einfache Einteilung der nationalen Versorgungsleitlinie in die Schweregrade eins, zwei und drei geht dem Apotheker nicht weit genug. Die Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) differenziere genauer: Zum einen gebe es zusätzlich die Kategorie des erhöhten Blutdrucks und die Berücksichtigung verschiedener Risikofaktoren. »Und zweitens müssen wir uns fragen, wie die Werte zustande kommen«, betonte Ude. Denn klar sei: Die Blutdruckwerte sind nur so verlässlich wie die durchgeführte Messung. »Das weiß jeder, der schon einmal analytisch gearbeitet hat.«

Neben der Messung beim Arzt sind auch die 24-Stunden-Messung und die Selbstmessung zu Hause sinnvoll – jede Variante hat ihre Berechtigung. Allerdings variieren die Grenzwerte leicht. Daher müsse man die Werte richtig einordnen können. Bei Messungen zu Hause sei wichtig, dass das Gerät geeignet (auf das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga achten) und der Patient entsprechend geschult ist.

Was tun bei Bluthochdruck?

Die erste Therapiemaßnahme sei immer eine Lebensstiländerung. Erst danach komme eine Kombinationstherapie aus ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blockern, Calciumkanalblockern oder Diuretika zum Einsatz. Bleiben die Blutdruckwerte nach ein bis drei Monaten außerhalb des Zielbereichs, werde ein weiteres Medikament ergänzt. »Aber erst danach sieht die Leitlinie eine Prüfung der Adhärenz vor«, bemängelte Ude.

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