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Thromboserisiko
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Blutgerinnsel nach Covid-19 häufiger

Auch noch Monate nach einer Corona-Infektion haben Patienten ein erhöhtes Thromboserisiko. Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie können tödlich verlaufen. Wissenschaftler suchen nach den Ursachen.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 07.06.2022  16:00 Uhr

Besonders stabil

Blutgerinnsel scheinen den Erkenntnissen eines internationales Forschungsteams unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) nicht nur besonders häufig bei Infektionen mit Corona-Viren zu entstehen, sondern auch noch besonders dicht und stabil zu sein. Die Wissenschaftler verglichen die Gerinnungsparameter, die Struktur der gebildeten Fibrin-Thromben und die Gerinnbarkeit im Blutplasma bei Covid-19 und Influenza. Dabei erwies sich das Gerinnsel-Netzwerk der Corona-Thromben als dichter und stabiler als bei den Thromben bei Influenza-Patienten. Für die zusätzliche Dichte und Stabilität könnte der bei Covid-19 aktivierte Gerinnungsfaktor XII sorgen, der die Blutgerinnung zusätzlich befeuert und so zur gesteigerten Bildung von Gerinnseln beiträgt. Erhöhte Spiegel von Fibrinolyse-Inhibitoren im Blut der Patienten können dazu führen, dass sich Thromben schlechter auflösen lassen. Die Arbeit zeigt auch einen möglichen therapeutischen Ansatz auf: Mit den sich bereits in Entwicklung befindenden Inhibitoren könnte sich Faktor XIIa spezifisch hemmen lassen. Eine solche antithrombotische Therapie bei Corona-Patienten hätte den weiteren Vorteil, dass sie die physiologische Hämostase und Wundheilung nicht beeinträchtigt.

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