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Blutkrebs
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Covid-19-Impfung ist essenziell

Menschen mit Leukämie gelten bezüglich Covid-19 als Hochrisikogruppe. Wie können sie bestmöglich geschützt werden und in welcher Phase der Therapie ist eine Auffrischimpfung angezeigt? Können Krebsmedikamente die Wirksamkeit der Impfung beeinträchtigen? Antworten auf diese Fragen gab Professor Dr. Marie von Lilienfeld-Toal vom Universitätsklinikum Jena.
AutorKontaktWiebke Gaaz
Datum 24.01.2023  08:30 Uhr

Prophylaxe mit Antikörpern

Bei Patienten mit fehlender Impfantwort auf die Schutzimpfung besteht die Möglichkeit der Präexpositionsprophylaxe mit Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern wie Evusheld™ (Tixagevimab/Cilgavimab mit jeweils 150 mg). Allerdings sind die bisher zugelassenen Antikörper laut Onkopedia-Leitlinie nur mäßig gegen die Omikron-Variante wirksam. Dennoch empfiehlt die STIKO aktuell die Anwendung von Evusheld™ in der Dosierung mit jeweils 300 mg im Off-Label-Use. Diese Dosierung hat sich als sicher erwiesen und wurde im Februar 2022 in den USA regulär zugelassen. Die Präexpositionsprophylaxe kann vor Beginn, aber auch zu jedem Zeitpunkt innerhalb einer Impfserie erfolgen. Die Impfserie sollte dennoch durchgeführt beziehungsweise beendet werden.

Laut Onkopedia-Leitlinie ist die effektive Behandlung der Krebserkrankung für das Überleben der Patienten wichtiger als unverhältnismäßige Vorsichtsmaßnahmen im Sinne unnötiger Unterbrechungen oder Verschiebungen. Die Expertin rät allen Patienten, sich mit ihrem Arzt darüber abzustimmen, wie sie im Falle einer Covid-19-Infektion weiter vorgehen sollen. Bei einer ambulanten Behandlung mit milden Symptomen wird der Arzt im Allgemeinen Paxlovid® (Nirmatrelvir/Ritonavir) verordnen und gegebenenfalls die Sauerstoffsättigung kontrollieren.

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