| Juliane Brüggen |
| 28.03.2022 16:00 Uhr |
Nicht oder nur unzureichend konnten die Daten belegen, wie gut andere pflanzliche Mittel wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorbeugen können. Im Rahmen des HTA-Berichts wurden vereinzelte Studien zu anderen pflanzlichen Mitteln analysiert – darunter Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut (Angocin® N Anti-Infekt), Bärentraubenblätter und Birke (Duty®, nicht in Deutschland erhältlich), Bärentraubenblätter und Löwenzahn (UVA-E®, nicht in Deutschland erhältlich) sowie Liebstöckelwurzel, Rosmarinblätter und Tausendgüldenkraut (Canephron® N). Für letztere Dreierkombination deuteten die Daten im Vergleich mit einer alleinigen Antibiotikatherapie auf einen Zusatznutzen hin, wenn das pflanzliche Präparat mit dem Antibiotikum kombiniert wird. Verglichen mit Placebo ergab sich dem Bericht zufolge nur bei dem Präparat aus Bärentraubenblättern und Löwenzahn ein Anhaltspunkt für einen Nutzen zur Vermeidung von Rezidiven.
Offen blieb, wie gut pflanzliche Präparate bei akuten Harnwegsinfektionen wirken, ob pflanzliche Präparate auch komplizierten Harnwegsinfekten oder Komplikationen vorbeugen können, wie gut pflanzliche Präparate im Vergleich zu nicht medikamentösen Maßnahmen wirken und welche Nebenwirkungen pflanzliche Mittel haben können.