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Das macht die Rezeptur haltbarer

Mit Rezepturen ist es wie mit Lebensmitteln: Werden sie nicht korrekt gelagert, verderben sie schnell. Bei der Arzneimittelherstellung sind es vor allem Hydrolyse und Oxidation, die der Haltbarkeit entgegenwirken. Unser Rezeptur-Coach erklärt, was die PTA dem entgegensetzen kann.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 08.10.2025  14:00 Uhr

Kühllagerung nicht immer sinnvoll

Und was ist mit der Lagerung im Kühlschrank? Schließlich laufen praktisch alle chemischen Reaktionen durch die langsamere Teilchenbewegung bei niedrigeren Temperaturen auch langsamer ab, also auch der chemische Verderb. Der Rezeptur-Coach warnt: »Es gibt ein großes Aber: Auch die Löslichkeit von Feststoffen wird im Kühlschrank herabgesetzt, was vor allem für Konservierungsmittel ein echtes Problem darstellen kann.«

Fallen Konservierungsmittel bei Kühlschranklagerung aus oder ist deren mikrobiologische Aktivität durch die Kühllagerung vermindert, sind sie natürlich auch weniger wirksam. »Daher muss bei der Lagertemperatur immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, wann eine Kühlschranklagerung angebracht ist oder wann eben nicht«, rät Barisch.

Welche Auswirkungen hat es auf die Stabilität des Ansatzes, wenn Fertigarzneimittel in wasserhaltigen Rezepturen verwendet werden? Weil dann das Hydrolysepotenzial des Wirkstoffs nicht bekannt ist, schlägt Barisch folgende Vorgehensweise vor: »Recherchiert, ob es den Wirkstoff eurer Rezeptur als wasserhaltiges Fertigarzneimittel gibt. Falls ja, könnt ihr euch an dessen Aufbrauchfrist orientieren. Falls nein, sollte bei der Herstellung wasserhaltiger Zubereitungen wie Lösungen, Cremes oder Suspensionen aus Fertigarzneimitteln nicht die klassische Haltbarkeit nach NRF gewählt werden, sondern eine verkürzte Haltbarkeit für Rezepturen mit unklarer Stabilität zum Beispiel von vier Wochen.«

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