Im Büro lassen sich die Atemmuskeln ganz nebenbei trainieren. Die einfachste Übung besteht darin, so oft wie möglich durch die Nase zu atmen. Bei der Nasenatmung wird Stickstoffmonoxid ausgeschüttet. Dieses weitet die Blutgefäße und verbessert dadurch die Sauerstoffaufnahme.
Bereits Kinder können ihre Atemmuskulatur zu trainieren. Hier bieten sich spielerische Übungen an. Kleinere Kinder können Seifenblasen pusten oder darum wetteifern, wer durch Pusten einen Luftballon am längsten in der Luft halten kann. Eigengewichtsübungen oder Balancieren etwa auf der Slackline eignen sich ebenfalls. Wenn der Nachwuchs ein Blasinstrument spielt, trainiert das zugleich die Atemmuskeln. Ob für Kind oder Erwachsenen: Am besten sind Übungen geeignet, die gerne gemacht werden. Die besten Ergebnisse werden nämlich dann erzielt, wenn Patienten täglich üben, und das verfolgen sie eher dann konsequent, wenn das Training zumindest etwas Freude bringt.
Einige Erkrankungen wie eine Covid-19-Infektion können die Lunge in Mitleidenschaft ziehen. Patienten kämpfen mit Symptomen wie Kurzatmigkeit oder Atemnot. Eine früh einsetzende Atemtherapie kann verhindern, dass funktionelle Störungen zurückbleiben. Um das Zwerchfell zu kräftigen, eignet sich zum Beispiel die Übung »schnüffelndes Einatmen«. Der Patient atmet dazu schnüffelnd durch die Nase ein, indem er dreimal kräftig die Luft einzieht. Anschließend wird die Luft langsam und gleichmäßig gegen den Widerstand der leicht geöffneten Lippen durch den Mund wieder ausgeatmet. Wenn nur ein Nasenloch benutzt wird, intensiviert das die Übung.
Um einen Hustenreiz zu kontrollieren, beherrschen sie am besten den »Nasengabelgriff«. Dazu engen Patienten die Nasenflügel mit Zeige- und Mittelfinger leicht ein. Auf diese Weise können sie das Einatmen leicht abbremsen.
Bei Belastung und Kurzatmigkeit erweitern bestimmte Körperhaltungen den Brustkorb und erleichtern dadurch das Atmen. Geeignet sind zum Beispiel der Kutschersitz oder die Torwartstellung. Beim Kutschersitz sitzen Patienten und beugen ihren Oberkörper weit nach vorne. Die Unterarme stützen sie mit ihren Ellenbogen auf den Oberschenkeln oder einer Tischplatte ab. Die Torwartstellung findet im Stehen statt, wobei die Beine schulterbreit auseinander stehen. Die Patienten stützen ihre Hände kurz über den Knien auf den Oberschenkeln ab und beugen ihren Oberkörper nach vorne.
Ausatemtechniken wie die Lippenbremse erweitern die Atemwege und kommen als Notfallmanöver bei Atemnot zum Einsatz. Für diese Übung atmen Patienten durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Dabei liegen die Lippen locker und unverkrampft aufeinander, als wollte man eine Geburtstagskerze ausblasen. Die auf diese Weise abgebremste Ausatmung weitet die Bronchien. Bei der nächsten Einatmung kann mehr Luft aufgenommen werden. Denn nur wenn alte und verbrauchte Luft ausreichend aus der Lunge entweichen kann, füllt sich diese beim nächsten Atemzug wieder wohltuend mit frischer Luft.
Coronaviren lösten bereits 2002 eine Pandemie aus: SARS. Ende 2019 ist in der ostchinesischen Millionenstadt Wuhan eine weitere Variante aufgetreten: SARS-CoV-2, der Auslöser der neuen Lungenerkrankung Covid-19. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronaviren.