| Isabel Weinert |
| 25.02.2026 14:00 Uhr |
Alle Maßnahmen sind umso dringlicher, weil Typ-2-Diabetes vor allem in sozial schwächeren Schichten massiv um sich greift, häufiger dort, wo Menschen auf dem Land leben, häufiger im Osten Deutschlands in Gebieten mit einer hohen Arbeitslosenquote. Genau diese Menschen, die eigentlich am meisten in ein System der Prophylaxe eingebunden werden müssten, sind die Benachteiligten bei der wichtigen und rasch fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen. Das beginne schon damit, dass Menschen mit niedrigeren Einkommen in vielen Fällen nicht die modernen Endgeräte hätten, die es bräuchte, um an einer digitalisierten Diabetestherapie und weiteren Aspekten des Gesundheitswesens teilnehmen zu können, so Dr. med. Tobias Wiesner, Vizepräsident der DDG. Und auch ein modernes Gerät bedeute noch nicht gleichberechtigte Teilhabe, denn gerade älteren Menschen mit einer geringeren Schulbildung fehle die Kenntnis darüber, wie man die Geräte bedient und Apps richtig nutzt.
Als entscheidend sehen die Experten und Expertinnen, dass alle Daten in der elektronischen Patientenakte (ePA) gespeichert sind und Ärzten verschiedener Fachrichtungen darüber ein Informationsaustausch gelingt, der in einer möglichst individualisierten Therapie mündet. Die Menschen, die sich der App nicht bedienen könnten, müssten automatisch erfasst werden, damit auch ihnen die Therapien zuteil werden könnten, die Menschen höheren Bildungsgrads wie selbstverständlich erhalten, weil sie wissen, wie man die digitalen Tools nutzt.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen sieht Wiesner als große Chance, weil die Daten zu einer personalisierten Versorgung beitrügen, Forschende unterstützten und Evidenz für die Argumentation im Gesundheitswesen lieferten.