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Die Nebenwirkungen der Abnehmspritze im Überblick

GLP-1-Rezeptor-Agonisten, besser bekannt als »Abnehmspritzen«, wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Diese helfen zwar tatsächlich, Gewicht zu reduzieren, können jedoch unerwartete und auch schwere Nebenwirkungen hervorrufen – darunter in selteneren Fällen eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, einen Darmverschluss oder einen Verlust von Muskelmasse.
AutorKontaktPTA-Forum
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 19.11.2025  14:00 Uhr

Unerwartete Nebenwirkungen der Abnehmspritze

Ein eher optisches Problem kann das sogenannte Ozempic-Face werden. Denn durch die Abnehmspritze wird nicht nur die Körpersilhouette schmaler, sondern auch das Gesicht. Die Folge: deutlich tiefere Falten, eingefallene Wangen und schlaffe Haut, vor allem an der Kinnpartie. Denn auch dort gehen Fettreserven verloren. »Durch die Abnehmspritzen kommt es zu einem Fettgewebeverlust. Dann fehlen sozusagen die Federn, die das Kissen füllen. Die Hülle ist noch intakt«, erklärt Professorin Dr. Christiane Bayerl von der Gesellschaft für Dermopharmazie auf Nachfrage von PTA-Forum.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwendung von Abnehmspritzen bei gleichzeitiger Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren. Dr. Susan Zeun, Fachärztin für Klinische Pharmakologie und Expertin für Phytotherapie geht davon aus, dass die Abnehmspritze auch die Wirkung einer HRT beeinflussen könnte. Denn nicht nur Nahrung verweile durch die Wirkung der Abnehmspritze länger im Magen, auch oral eingenommene Medikamente würden verzögert weitergeleitet. Und das gelte auch für das Hormon Gestagen, das in der Regel Teil einer HRT ist und Frauen, deren Gebärmutter nicht entfernt wurde vor krankhaften Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und im schlimmsten Fall vor Gebärmutterkrebs schützt. Durch die verzögerte Magenpassage könne sich die schützende Wirkung des Gestagens unter Umständen nicht wie gewünscht entfalten – ohne dass betroffene Frauen es bemerkten.

Des Weiteren werden auch ungeplante Schwangerschaften zu den möglichen Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie mit GLP-1-Analoga gezählt. Darauf weist die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hin. Nehmen Frauen ab, reguliert sich häufig der Zyklus besser und die Chancen für eine Schwangerschaft steigen. Zudem wird vermutet, dass diese Medikamentenklasse auch die Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva beeinträchtigen könnte, durch Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall oder verzögerte Magenentleerung.

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