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Transsexualität
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Die Vielfalt verstehen

Für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft ist es wichtig, geschlechtlicher Vielfalt mit Respekt und Akzeptanz zu begegnen. Tipps, wie das im Apothekenalltag gelingen kann.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 03.11.2023  08:30 Uhr

Fettnäpfchen vermeiden

Wie viele trans* Menschen es gibt, lässt sich statistisch schwer erheben. Die Gründe liegen zum einen an uneinheitlichen trans* Definitionen (siehe Kasten) und zum anderen an fehlenden Messinstrumenten. Dennoch gibt es Schätzungen. So geht die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) davon aus, dass etwa 0,6 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland trans* sind.

Viele von ihnen erleben in ihrem alltäglichen Umfeld massive Diskriminierung in Form von Drohungen, Ausgrenzung, sozialem Ausschluss, Spott, Beleidigungen oder Gewalt. Ein großer Teil hat auch im Gesundheitssystem bereits negative Erfahrungen gemacht. Damit die Apotheke für alle Menschen eine vertraute und sichere Atmosphäre bieten kann, ist es hilfreich, sich mit verschiedenen Begrifflichkeiten rund um trans* auseinanderzusetzen. So kann man Formulierungen und Verhaltensweisen, die ungewollt zur Diskriminierung von trans* Menschen beitragen, gezielt vermeiden. Folgende Auflistung bietet einen Überblick und alternative Ausdrucksweisen:

  • Die von Kunden gewünschten Namen und Pronomen sollten durchgehend verwendet werden. Dazu gehört auch eine Änderung der Kundendaten und die Ausgabe einer neuen Kundenkarte. Wichtig zu wissen ist, dass sich diese ebenso wie die geschlechtliche Selbstbeschreibung im Verlauf der Zusammenarbeit ändern können.
  • Nicht binäre Menschen bevorzugen meist eine genderneutrale Anrede und möchten nicht mit Frau oder Herr angesprochen werden. Wird über sie gesprochen, sollten keine männlichen oder weiblichen Personalpronomen verwendet werden. Ein respektvoller Umgang gelingt zum Beispiel, wenn der gesamte Name verwendet wird: Guten Morgen Konrad Fuchs, ersetzt Guten Morgen Herr Fuchs.
  • Bevor grenzüberschreitende Fragen zum Körper oder der Sexualität von trans* Kunden gestellt werden, sollte überlegt werden, ob diese für das Beratungsthema von Bedeutung sind.
  • »… war früher eine Frau/ein Mann«: Trans* Menschen verwandeln sich nicht, sie machen nur die Identität sichtbar, die sie immer hatten. Alternative Ausdrucksweise: »… lebte früher als Frau/als Mann«.
  • Geschlechtsumwandlung: Eine Frau/ein Mann wird nicht durch eine Operation zur Frau/zum Mann. Eine trans* Person kann durch eine Geschlechtsangleichung den Körper ihrer Geschlechtsidentität anpassen, muss es aber nicht.
  • »Leben in ihrem Wunschgeschlecht«: Trans* Menschen können sich ihr Geschlecht ebenso wenig aussuchen wie Cismenschen. Alternative: Leben entsprechend der Geschlechtsidentität.
  • Geburtsgeschlecht: Die meisten trans* Menschen sehen es so, dass das Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, nicht passend war. Wird es als Geburtsgeschlecht bezeichnet, wird die Geschlechtsidentität ignoriert. Alternative: Das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht.
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