| Barbara Döring |
| 04.03.2026 16:00 Uhr |
Regelmäßiger Sport verbessert den Stoffwechsel und hilft, diabetischen Folgeschäden vorzubeugen. / © Adobe Stock/Goffkein
Sie beugt Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, verbessert die Gehirnleistung und den Schlaf und sorgt für gute Laune – es geht nicht um eine neue Wunderpille, sondern einfach um regelmäßige Bewegung. Sport und körperliche Aktivität haben in vielerlei Hinsicht gesundheitliche Vorteile, von denen auch Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes profitieren. Hinzu kommt, dass regelmäßige Bewegung den Stoffwechsel verbessern und damit das Risiko für diabetische Folgeerkrankungen senken kann.
Durch die Muskelkontraktion erhöht sich unabhängig von Insulin die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Muskelzellen, sodass Bewegung den Blutzuckerspiegel auch noch einige Zeit nach Beendigung senkt. Wie lange, ob zwei oder mehrere Stunden, hängt von der Intensität des Sports ab und davon, ob es sich um Kraft- oder Ausdauersport gehandelt hat. Bewegung und Sport sensibilisieren die Zellen wieder stärker für Insulin; die Insulinresistenz nimmt ab. Zu Beginn eines Typ-2-Diabetes lässt sich mit den Lebensstil verändernden Maßnahmen, darunter Bewegung, die Krankheit oft noch zurückdrängen.
Menschen mit Typ-1-Diabetes sind mitunter zu Beginn ihrer Erkrankung zurückhaltend mit Sport, weil sie Stoffwechselentgleisungen wie Hypoglykämien befürchten. Mit dem nötigen Wissen über den eigenen Insulinbedarf und die Wirkung verschiedener Trainingsformen lässt sich jedoch auch bei Typ-1-Diabetes sicher und intensiv Sport treiben. Selbst Höchstleistungen sind dann möglich, wie Spitzensportler wie der Gewichtheber Matthias Steiner oder Tennisprofi Alexander Zverev beweisen.
So viel Ehrgeiz wie im Leistungssport ist gar nicht nötig, um von den gesundheitlichen Effekten zu profitieren. Das Ziel ist es, moderat, aber regelmäßig zu trainieren. Schließlich sollte Freizeitsport auch Freude bereiten und für Entspannung sorgen. Dabei hilft es, einen Sport zu finden, der zu einem passt und den man gerne regelmäßig betreibt. Mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche, aufgeteilt auf drei Tage empfehlen die Fachgesellschaften.
Wer schon länger nicht aktiv war, sollte sich zuvor ärztlich beraten lassen, um abzuklären, wie hoch die körperliche Belastung sein darf und ob die Dosierung von Medikamenten angepasst werden muss. Patienten mit Nervenschäden am Fuß sollten mit Sportarten, die den Fuß stärker belasten, wie Laufen, Wandern oder Tanzen vorsichtig sein. Das richtige Schuhwerk und regelmäßige Fuß-Checks sind dann besonders wichtig. Auch die Augen bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle, vor allem bei Sportarten wie intensivem Krafttraining, bei denen sich der Augendruck erhöhen kann.