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Sport und Diabetes
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Die Wirkung der Bewegung nutzen

Regelmäßige Bewegung hat viele positive gesundheitliche Aspekte und trägt bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes dazu bei, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Mit der richtigen Planung bleibt der Blutzucker beim Sport im Normbereich.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 04.03.2026  16:00 Uhr

Kein Start bei sehr hohem Wert

Wichtig ist in jedem Fall bei insulinpflichtigem Diabetes, den Blutzucker beim Sport im Blick zu behalten. Die Leitlinie der European Association for the Study of Diabetes (EASD) empfiehlt das Mahlzeiteninsulin (um 25 bis maximal 75 Prozent) zu reduzieren, wenn mittelintensives Training geplant ist. Zusätzlich können 30 bis 60 Minuten vor dem Sport abhängig vom Ausgangswert Kohlenhydrate zugeführt werden. Bei hohen Blutzuckerwerten von über 250 mg/dl oder 13,9 mmol/l besteht unter Sport das Risiko einer Acidose, vor allem, wenn auch Ketonkörper nachweisbar sind. Wie Diabetiker dann handeln, sollten sie vorab mit ihrem Arzt besprechen.

Sinkt der Blutzucker auf < 70 mg/dl (< 3,9 mmol/l) sollte das Training beendet und Traubenzucker gegessen werden. Zudem empfiehlt es sich, die Alarmgrenze des Sensors auf < 100 mg/dl (< 5,6 mmol/l) und über > 180 mg/dl (> 10 mmol/l) einzustellen. Auch nach dem Sport kann der Blutzucker weiter abfallen, sodass eine engmaschige Kontrolle ratsam ist. Wer lange Ausdauersport gemacht hat oder abends sportlich aktiv war, sollte ­die Insulingabe zur Nacht reduzieren, den Sensoralarm so einstellen, dass Hypoglykämien früh erkannt werden und eventuell einmal den Blutzucker zwischen 0.00 und 3.00 Uhr messen.

Bei Typ-2-Diabetes besteht vor allem dann ein Risiko für Unterzuckerungen, wenn Insulin oder Sulfonylharnstoffe eingesetzt werden. In diesen Fällen sollten Betroffene vor und nach dem Sport den Blutzucker kontrollieren. Während des Sports sollten auch sie schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Saft mitführen, um gegebenenfalls bei Anzeichen einer Unterzuckerung gegenzusteuern.

Ob mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes: Wem es schwer fällt, sich alleine zu mehr Bewegung zu motivieren oder unsicher ist, alles richtig zu machen, kann sich einer Sportgruppe anschließen, die es auch speziell für Diabetiker und mit Anleitung gibt. Entsprechende Angebote sowie Seminare und Workshops zu Sport und Diabetes gibt es bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft bei www.diabetes-bewegung.de. Die Website www.diabinfo.de bietet zudem Trainingspläne und Ideen für mehr Bewegung.

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