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NSAR
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Diese Interaktionen können riskant sein

Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sind aus der Schmerzbehandlung nicht wegzudenken. Ganz unproblematisch sind die Wirkstoffe jedoch nicht; so passen sie etwa mit einigen Herz-Kreislauf-Medikamenten nicht gut zusammen. Was PTA beachten sollten und wie sie Patienten bei möglichen Interaktionen von NSAR gut beraten, erklärte Apothekerin Dr. Verena Stahl in einem Webinar der Apothekerkammer Brandenburg.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 19.02.2026  08:00 Uhr

Abstand halten

ASS hemmt die Funktion der Thrombozyten irreversibel und schaltet sie für ihren gesamten Lebenszyklus von durchschnittlich sechs bis sieben Tagen aus. Deshalb wird es in niedriger Dosis zur Hemmung der Thrombozytenaggregation (TAH) eingesetzt. Wird nun etwa Ibuprofen gleichzeitig mit oder kurz vor ASS eingenommen, blockiert es zeitweise die Bindungsstelle – ASS kann nicht »andocken« und wird dann unverrichteter Dinge vom Körper abgebaut. »Auch Metamizol und Naproxen können die Wirkung von ASS an der COX derart stören, dass es nicht zu einer Thrombozytenaggregationshemmung kommt«, so Stahl. »Der protektive kardiovaskuläre Effekt von ASS wird dann wahrscheinlich unterbunden.«

Daher ist es wichtig, einen Einnahmeabstand einzuhalten: ASS sollte immer zuerst eingenommen werden, Ibuprofen (oder das andere NSAR) mindestens eine halbe Stunde später. Alternativ kann ASS auch acht Stunden nach der letzten Ibuprofen-Einnahme eingenommen werden; dann wird die Wirkung von ASS nicht beeinträchtigt. »Die Hemmung durch Ibuprofen ist ja reversibel, die Bindungsstellen sind dann wieder frei«, so Stahl.

Der gelegentliche Einsatz von Ibuprofen, Metamizol oder Naproxen beeinträchtigt den Nutzen von niedrig dosierter ASS nicht nennenswert. Problematisch ist es jedoch, wenn Ibuprofen dauerhaft mehrmals täglich eingenommen wird und ein konstanter Plasmaspiegel entsteht. »Bei längerer Kombination ist der Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall definitv herabgesetzt«, sagte Stahl. Magensaftresistente ASS-Formulierungen (wie ASS protect®) sind laut Stahl in diesem Zusammenhang kritisch zu sehen, da die Wirkstofffreisetzung hier nicht genau kalkulierbar ist. »Dann wissen wir nicht, ob 30 Minuten beziehungsweise acht Stunden Abstand wirklich ausreichen«, sagte die Expertin. Hier sollte man auf eine nicht magensaftresistente ASS-Formulierung plus einen PPI umsteigen beziehungsweise alternativ ein anderes Analgetikum auswählen.

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