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Rechenhilfen des DAC/NRF
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Einwaagekorrekturfaktor bestimmen

Die Rechenhilfen des DAC/NRF unterstützen, wenn es beim Rechnen in Labor und Rezeptur komplizierter wird. Welche es gibt und wie sie funktionieren, erklärte Dr. Stefanie Melhorn beim Rezeptursymposium der Firmen Caelo und Wepa Ende April in Köln.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 15.05.2024  14:00 Uhr
Einwaagekorrekturfaktor bestimmen

Dreisatz hin oder her – die Herstellung von Rezepturen fordert »durchaus komplexere Rechenoperationen«, wie Melhorn einleitete, sei es die Berechnung eines Korrekturfaktors, eine stöchiometrische Umrechnung oder die Berechnung eines Ansatzes für die Kapselherstellung.

Am Beispiel des Einwaagekorrekturfaktors (EKF) erklärte Melhorn, wie die Rechenhilfen des DAC/NRF die (Rechen-)Arbeit erleichtern können. Der EKF korrigiert chargenabhängig die zu verwendende Masse an Rezeptursubstanz und verhindert so, dass eine Zubereitung zu wenig Wirkstoff enthält. »Das machen Sie am besten direkt bei der Eingangsprüfung, dann haben Sie nämlich das Prüfzertifikat in der Hand – und das brauchen Sie«, empfahl Melhorn. Danach kann der Faktor auf dem Standgefäß notiert werden. Es muss aber nicht bei einem Faktor bleiben: »Eine Rezeptursubstanz kann durchaus mehrere Faktoren haben«, gab die Apothekerin zu bedenken.

Die Handhabung der Rechenhilfe ist denkbar einfach: »Nur die gelben Felder sind auszufüllen«, erklärte Melhorn. Die einzutragenden Angaben – bestehend aus Gehalt und gegebenenfalls Wassergehalt oder Trocknungsverlust – finden sich im Prüfzertifikat der Rezeptursubstanz. Nur wenn alle erforderlichen gelben Felder ausgefüllt sind, erscheint das Ergebnis im blauen Feld.

In der Rechenhilfe des DAC/NRF werden verschiedene Formen der Faktorisierung berücksichtigt. Es gibt zum Beispiel

  • Substanzen wie Helles Ammoniumbituminosulfonat, die keiner Faktorisierung bedürfen, da sie nicht auf einen bestimmten Gehalt normiert sind,
  • Substanzen wie Ammoniumchlorid, die nur nach Gehalt und Trocknungsverlust faktorisiert werden,
  • Substanzen wie Ascorbinsäure, die nur nach Gehalt faktorisiert werden,
  • Substanzen, die mehrere EKF haben, wie Amoxicillin-Trihydrat, das nach Gehalt und Wassergehalt sowie nach der Verordnungsform (Amoxicillin wasserfrei) faktorisiert wird.

Darüber hinaus bietet die Excel-Datei die Möglichkeit, Einheiten wie Internationale Einheiten (I.E.) oder Millimol (mmol) in Gramm umzurechnen. Rezepturen mit Neomycinsulfat kann der Arzt beispielsweise nach Aktivität (I.E.) oder nach Masse verordnen. Ist letzteres der Fall, sollte die verordnete Menge dennoch in I.E. umgerechnet werden, um den EKF und die korrekte Einwaage zu ermitteln, betonte Melhorn. Denn die Rezeptursubstanzen können sich in ihrer Aktivität unterscheiden. Das Arzneibuch fordert lediglich, dass die Aktivität mindestens 680 I.E. (bezogen auf die getrocknete Substanz) betragen muss. So kann eine Charge beispielsweise laut Prüfzertifikat eine Aktivität von 820 I.E./mg haben, eine andere aber eine Aktivität von 684 I.E./mg. »Wenn Sie bei beiden 1 Gramm einwiegen, haben Sie einen deutlichen Unterschied in der biologischen Aktivität«, erklärte Melhorn.

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