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Ab Oktober Pflicht
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EPA wird bundesweit ausgerollt

Die elektronische Patientenakte wird noch im 2. Quartal 2025 bundesweit verfügbar gemacht. Während Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Rollout begrüßt, meldet der Chaos Computer Club weiterhin Sicherheitsbedenken. Ab Oktober ist die Nutzung für Apotheken Pflicht.
AutorKontaktPZ
Datum 17.04.2025  11:00 Uhr
Keine Abstimmung mit Apothekerschaft

Keine Abstimmung mit Apothekerschaft

Dr. Jan-Niklas Francke, Mitglied im Vorstand des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), kritisiert, dass sich Lauterbach mit der Entscheidung des EPA-Rollouts am 29. April »weder mit den Apothekerinnen und Apothekern, noch mit anderen Gematik-Gesellschaftern im Vorfeld abgestimmt« habe.

»Diese einsame Entscheidung aus dem Ministerium ist ein weiterer Beleg dafür, dass es in der abgelaufenen Legislaturperiode an fachlichem Dialog zwischen Regierung und Leistungserbringern im Gesundheitswesen gefehlt hat«, so Francke. »Wir nehmen ebenfalls zur Kenntnis, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik alle den Roll-out verhindernden Sicherheitsbedenken für ausgeräumt hält, wie das Ministerium mitteilt. Nun ist der 29. April als gesetzlicher Start des bundesweiten Roll-Outs gesetzt – und alle 17.000 Apotheken werden sich darauf vorbereiten.«

Zudem erklärte Francke, dass die freiwillige Rollout-Phase bis in den Herbst zu begrüßen sei, da so die Akzeptanz unter den EPA-Nutzern und die Qualität gesichert werden könne. »In der Hochlaufphase muss vor allem die Interaktion der Praxen, Apotheken und Krankenhäuser untereinander verstärkt werden.« Auch die Gesamtstabilität der Telematikinfrastruktur müsse angesichts der wachsenden EPA-Zugriffe dauerhaft und jederzeit gewährleistet sein.

Es werde insbesondere darauf ankommen, wann die notwendigen Softwaresysteme in den Apotheken installiert und in Betrieb gesetzt werden. Daran arbeiten die verschiedenen Softwareanbieter der Apotheken derzeit mit Hochdruck.

Medikationsplan kommt erst später

»Aber auch nach dem 29. April können die Apotheken nur auf die elektronische Medikationsliste zugreifen, die derzeit nur per E-Rezept verordnete Medikamente auflistet, aber keine Selbstmedikation enthält«, so Francke. Erst in späteren Ausbaustufen der EPA im Laufe des kommenden Jahres würden Apotheken auf den elektronischen Medikationsplan (EMP) zugreifen und ihn auch aktiv befüllen können.

Der EMP in der EPA könne ein echter »Game Changer« sein, der die Arbeit in Apotheken verändere und die Versorgung der Patienten verbessere. »Mit einem neuen Bundesgesundheitsministerium, das den Dialog mit den Apotheken hoffentlich sucht und findet, werden wir die Weiterentwicklung der EPA vorantreiben«, erklärte Francke.

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