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Scharfstoffe
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Feurige Würze

Puh! Der Biss in eine Chilischote ist für manchen kaum auszuhalten. Andere haben ihren Spaß dabei und versuchen ihre Schmerzgrenze immer weiter auszutesten. Wie gesund ist Schärfe, wann wird es gefährlich und was hilft, wenn es im Mund mal allzu stark brennt?
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 03.03.2025  08:30 Uhr

Mitunter lebensbedrohlich

Ab wann die Schärfe bedrohlich wird, lässt sich nicht genau sagen. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ist wegen der unzureichenden Datenlage kaum möglich. Studien deuten darauf hin, dass die Aufnahme von 0,5 bis 1 mg Capsaicin milde Beschwerden wie Druck- und Wärmegefühl oder Sodbrennen auslösen kann. Bei Capsaicin-Mengen im Bereich von 170 mg sind ausgeprägte gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Auch dazwischen sind Symptome möglich, wobei es neben der persönlichen Empfindlichkeit auch auf die Art der Speise ankommt, ob die Schärfe vertragen wird. So ist mit einem scharf gewürzten Mais-Chip das gesamte enthaltene Capsaicin in kurzer Zeit aufgenommen, sodass die Reaktion massiver ausfallen kann als bei der gleichen Menge Scharfstoff, der über ein komplexes Gericht über einen längeren Zeitraum verspeist wird.

Das BfR geht davon aus, dass ein Erwachsener pro Mahlzeit normalerweise eine maximale Menge von 5 mg Capsaicin je Kilogramm Körpergewicht verträgt. Das entspräche bei einer 60 kg schweren Person einer Aufnahme von 300 mg Capsaicin über eine Mahlzeit. Verbrauchern rät das BfR zur Vorsicht beim Verzehr unüblich stark mit Capsaicin gewürzter Speisen, wie sie bei Scharfess-Wettbewerben üblich sind, aber auch bei extrem scharfen Chilisaucen oder Chiliextrakten. Dabei seien schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich, die sogar lebensbedrohlich sein könnten.

Im Haushalt sollten scharfe Produkte wie Chilisaucen so aufbewahrt werden, dass sie für kleine Kinder nicht erreichbar sind. Bei wiederholtem Hautkontakt mit Chilifrüchten, etwa bei der Zubereitung von Speisen, wurde auch eine Kontaktdermatitis beschrieben. Dagegen helfen Küchenhandschuhe, die beim Schneiden der heißen Früchtchen getragen werden. So lässt sich auch verhindern, dass Scharfstoffe nach der Zubereitung versehentlich über die Finger in die Augen gelangen.

Personen mit Sodbrennen sollten scharfes Essen übrigens besser meiden. Die Beschwerden könnten durch die anregende Wirkung auf die Magensäureproduktion verstärkt werden. Dasselbe gilt für Patienten mit empfindlichem Magen. Sehr scharfe Speisen könnten zudem in der Schwangerschaft Wehen auslösen, sodass Frauen unter diesen Umständen etwas zurückhaltend sein sollten.

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