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Meinungen statt Fakten
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Food-Influencer häufig keine Ernährungsexperten

Das Internet macht es möglich: Jeder kann mitreden. Influencer tun genau das und machen ihre Sache so gut, dass sie jeden Tag Millionen von Menschen erreichen. Oft geht es um Essen und Trinken, allerdings bringen die wenigsten einen fachlichen Background mit.
AutorKontaktInka Stonjek
Datum 29.09.2021  09:00 Uhr

Influencer sind keine Experten

Was sich zunächst positiv anhört, hat aber auch Schattenseiten. Nicht jeder Einblick, den Influencer in ihr Privatleben gewähren, ist natürlich und unverfälscht. Wissenschaftler vermuten, dass den Fans oftmals nicht klar ist, dass das Leben ihrer Stars aufwendig in Szene gesetzt sein kann und die Bilder von den Speisen möglicherweise arrangiert und nachbearbeitet sind. Immer wieder werden vermeintlich vegane Influencer dabei erwischt, wie sie tierische Lebensmittel essen. Zudem sind die Empfehlungen der Influencer zunächst persönliche Meinungen und basieren nicht unbedingt auf wissenschaftlichen Grundlagen. Dies wird durch die nachlassende Medienkompetenz zusätzlich befeuert.

Zahlreiche Studien zeigen, dass User über alle Altersgruppen hinweg die Fähigkeit verlieren, die verschiedenen Medienkanäle und deren Inhalte kompetent und vor allem kritisch zu nutzen. Sie verlassen sich auf zufällig aufgeschnappte Informationen aus den sozialen Netzwerken und merken nicht, wenn Information und Meinung miteinander vermischt werden. Genau dies ist aber bei Influencern oft der Fall, denn nur wenige bringen eine Ausbildung im Ernährungsbereich mit. Trotzdem zählt ihre Geschichte mehr als wissenschaftliche Studien. Was der Influencer erlebt hat, stimmt – und lässt sich auf die Allgemeinheit übertragen.

Auf diese Weise können auch falsche oder irreführende Informationen vermittelt werden. Christina Sabbagh von der Universität Glasgow hat die Qualität von Bloggern in Großbritannien untersucht. Ausgewählt wurden sie, wenn sie auf zumindest einem sozialen Netzwerk mehr als 80.000 Follower haben, auf zumindest zwei Seiten wie Twitter verifiziert sind und einen aktiven Blog über Gewichtskontrolle betreiben. Nur einer der 14 Blogger, ein bei der UK Association for Nutrition angemeldeter Ernährungsexperte, erfüllte 83 Prozent der Kriterien und bestand damit den Test. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Influencer keine glaubwürdigen Quellen für das Gewichtsmanagement sind und von ihnen verlangt werden sollte, dass sie anerkannte wissenschaftlich oder medizinisch gerechtfertigte Kriterien für die Bereitstellung von Online-Ratschlägen erfüllen.

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